26.3.2020 um 19:00 uhr

Noch immer auf dem Atlantik

Nun, während der letzten Tage habe ich mich doch wieder etwas beruhigt. Der letzte Eintrag war doch mit sehr viel „Leidenschaft“ geschrieben. Da wir noch immer keinen Kranken an Bord haben, wurde dieser Sicherheitsabstand auch nur in den Restaurants umgesetzt. Letztlich wusste wohl jeder, wie unsinnig dies für uns hier ist. An Land sieht die ganze Sache natürlich schon wieder ganz anders aus. Hier haben wir inzwischen aber auch einige Neuigkeiten bekommen. Zum einen sind wir alle in die leerstehendes Gäste Kabinen umgezogen, vorzugsweise natürlich die Balkonkabinen, was für viele von uns ein echtes Highlight ist. Besonders die asiatische Crew genießt das sehr, war teilweise sogar recht schüchtern, da sie mit so etwas nun mal gar nicht gerechnet haben. Für uns ist die Möglichkeit der Frischluft natürlich auch sehr angenehm. Zum anderen hat sich unser Kurs geändert. Es geht nun nicht mehr nach Hamburg, sondern unser nächstes Ziel ist Skagen in Dänemark. Aus welchen Gründen auch immer. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit noch immer mit Putzen und Schulungen. Wir bringen sämtliche über 700 Sonnenliegen mal wieder in Schuss oder sortieren die gesamte Tischwäsche aus. Wann haben wir schon mal die Gelegenheit und vor allem die Zeit, dies so gründlich und ausführlich zu tun?! Wie es aussieht, wird dieser Zustand wohl noch eine Weile anhalten. Aber noch ist es wenigstens mittags recht warm und nicht zu windig, auch wenn das Schiff seit 2 Tagen doch sehr schwankt. Die Wellenhöhe beträgt etwa 3 Meter, und bei der langsamen Fahrt merken wir jeden Berg und jedes Tal. Aber es ist angenehm. Ich mag es, man kann herrlich dabei einschlafen, wenn man so gewiegt wird! Dazu das weite Meer voraus und im besten Fall ein Gläschen Wein in der Hand…

21.3 2020 um 20:00 uhr

Irgendwo auf See

So langsam wird es mal Zeit für ein kleines Update. Es ist ja eine Menge passiert und in Zeiten der Corona Krise betrifft es nun mittlerweile jeden einzelnen von uns. Bisher ging es uns an Bord noch verhältnismäßig gut. Vor unserer Abreise konnten wir noch in St.Kitts Treibstoff laden und dann ging die lange Reise los. Da wir nur mit 10-12 Knoten voran kommen, werden wir erst am 8. April in Hamburg ankommen. Das ist zumindest bisher der Plan. Und da wir keine Gäste haben, verbringen wir die Tage zur Hälfte mit Putzen und die andere Hälfte mit Schulungen und Trainings. Aber über Wochen geht das natürlich auch nicht. Nach einer Woche ist auch das mehr oder weniger alles fertig. Keiner weiß, was noch passiert, wenn wir in Deutschland sind. Sämtliche Reisen sind bis 30.April abgesagt. Wir wissen noch nicht mal, ob wir überhaupt von Bord kommen, da ja fast überall Ausgangssperre herrscht. Busse und Bahnen oder Flieger gibt’s auch kaum noch. Und alle hamstern was das Zeug hält. Wir haben hier an Bord noch ein etwas ruhiges Leben, konnten abends draußen sitzen und haben ein Unterhaltungs Programm für die Crew auf die Beine gestellt. Doch was sich die Firma nun vorstellt, daß geht’s vielleicht doch in die falsche Richtung. Sicherheits Abstand an Bord? Wo wir keine Kranken an Bord haben, nicht mal einen Verdachtsfall? Wo wir seit Jahrzehnten trainiert werden, zusammen im Team zu arbeiten und zusammen zu leben? Das klappt nie und nimmer! Verhaltensregeln, die an Land sicher Sinn machen, sind an Bord nicht immer umsetzbar oder kontrollierbar. Ich fürchte wirklich, daß gibt noch richtig Ärger an Bord. Die Firma tut sich damit keinen Gefallen, auch wenn es gut gemeint ist, aber das sollte vielleicht doch von Schiff zu Schiff entschieden werden. Aber eigentlich sind wir noch gut dran. Es gibt Schiffe in der Flotte, die schenken keinen Alkohol mehr aus und haben kaum noch Zigaretten da und niemand darf von Bord. Ich glaube, daß wird noch richtig lustig hier…

15.3.2020 um 20:30 uhr

La Romana, Dom Rep

Was für ein Tag! Was für Zeiten! Es fühlt sich an, wie ein schlechter Horror Film. Die Ereignisse überschlagen sich, fast stündlich gibt’s irgendwelche Updates zum Corona-Virus. Und natürlich verfolge ich mit besonderem Interesse die Auswirkungen auf die Reedereien und Kreuzfahrtschiffe. Mittlerweile haben sämtliche Reedereien weltweit den Betrieb meist bis Ende April eingestellt. Aida steht erstmal bis 8. April still. Was das für Auswirkungen hat, kann man kaum nachhalten. Nicht nur daß sämtliche Gäste informiert und neu eingebucht werden müssen, nein, auch die Crew natürlich. Zumindest die, die in nächster Zeit an Bord kommen sollte. Sämtliche Waren, die per Container um die Welt schippern, müssen umgeroutet werden! Eine logistische Herausforderung! Für alle etwa 800 großen und kleinen Kreuzfahrtschiffe muss ein Hafen gefunden werden. Und das in Zeiten, wo alle Länder ihre Häfen und Grenzen schließen! Langsam geht die Welt in den shut down scheint mir. Und natürlich will man auch schon vorbereitet sein, fall es dann genauso schnell wieder los geht. Also bleiben doch alle an Bord? Ein hin und her. Auch bei uns war es heute wirklich ein aufregender Tag. In der Nacht kam die Info, das wir zum Glück noch in La Romana anlegen und unsere Gäste ausschiffen dürfen. Eigentlich sind auch hier die Grenzen zu. Nach stundenlangem Warten und Verhandeln durften dann auch nach 10 Stunden die letzten endlich von Bord, denn auch die Fluggesellschaften haben den Dienst nach hierher schon fast eingestellt. Aber es ging noch mal gut. Aber wir alle haben Blut und Wasser geschwitzt! Denn die Auflage war ja, alle müssen von Bord! Wir mussten nebenbei noch Waren laden. Nun brauchen wir nur noch Sprit und dann kann es losgehen. Wann und wie, daß ist noch die große Frage. Auch wann und wie es dann weitergeht, weiß derzeit kein Mensch. Stichtag ist erstmal, bis auf weiteres, der 8.4.. Aber wer glaubt da schon dran, so schnell, wie die Welt sich dreht?

Mich hat nur geärgert, daß ich die letzten 2 Landgänge verpasst hab, und ich nun für die nächsten wenigstens 2 Wochen auf dem Schiff gefangen bin. Hier werden wir die Tage mit Schulungen und ganz viel Putzen verbringen. Langweilig! Nun bin ich auch wieder gesund und muss mithelfen! Der Finger ist übrigens auch wieder fast wie neu. Das letzte Bild ist eine Neuheit auf Aida. Ein Iris Shoot. Die Iris meines Auges wurde mit spezieller Technik fotografiert. Heraus kommen solch coole und farbintensive Bilder! Für heute Abend werde ich erstmal den seltenen Anblick des leeren Schiffes auf dem Pooldeck genießen! Und morgen? Abwarten….

12.3.2020 um 10:30 uhr

Belize,

Ewigkeiten nix geschrieben, dabei überschlagen sich die Ereignisse hier. Jeden Tag gibt es neue Entwicklungen und Nachrichten vom Corona-Virus, die uns unmittelbar betreffen. Wir mussten in den letzten Tagen einige Häfen ausfallen lassen, was die Gäste natürlich sehr verärgert. Doch wir können nix dagegen machen, das sind behördliche Auflagen. Nun haben die USA auch noch Grenzen für Europäer dicht gemacht. Hoffentlich bleibt uns wenigsten der Wechselhafen La Romana erhalten, sonst wird es düster. Einige Kreuzfahrtschiffe hat es schon erwischt, die mussten leer fahren oder wurden ganz still gelegt. Wir sind noch gut dran. Bisher konnte nix den Boom in unserer Branche stoppen, aber Corona scheint es zu gelingen, die ganze Welt in die Steinzeit zu schicken! Und betroffen sind sämtliche Reedereien. Ganze Industriezweige werden lahm gelegt. Unfassbar!

Und ich? Mich hat’s jetzt auch erwischt! Nein, kein Corona. Aber eine ausgewachsene Erkältung mit Hals, Nase, Husten und Schnupfen. Ich bin krank geschrieben, da ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Außerdem ist es derzeit nicht sehr vorteilhaft, in der Öffentlichkeit mit einer Erkältung herumzustehen. Da könnte etwas falsch verstanden werden. Ich ärgere mich einfach nur, da ich die letzten beiden Häfen nicht genießen konnte. Wer weiß, wann wir wieder Land sehen? Aber ich komme ja wieder her…. zumindest nach aktuellem Stand. Aber meine privaten Reisepläne muss ich vielleicht auch noch mal überdenken. Das ärgert mich am meisten. Ich habe keine Lust, 2,5 Monate zu Hause herumzusitzen! Ich wollte nach Italien und St.Petersburg und nach Frankreich! Mal sehen, was überhaupt davon noch klappt. 1,5 Monate hab ich ja noch bis zum geplanten Abstieg. Also heißt es: positiv denken und Augen auf!

Iris shooting

4.3.2020 um 0:30 uhr

Long Bay Beach auf Tortola, British Virgin Island

Was für ein Tag! Sooo lang! Keine Zeit für den Nachmittagsschlaf und doch am schönsten Strand von Tortola gewesen! Ich hab heute mal wieder eine kleine Tour, einen Ausflug gemacht. Ich nehm jetzt alles mit, was geht! Denn wer weiß schon, wie lange es noch geht? Gestern wollten wir nach Samana tendern, alles war bereit, doch die Hafenbehörden, ließen uns nicht an Land. So was hab ich zum ersten mal erlebt! Die werden hier auch ganz schön nervös wegen dem Corona-Virus. Zumal wir ja auch unter italienischer Flagge fahren. Das ist schon sehr verdächtig! Und wenn dann noch einer hustet oder Fieber hat, ist halt alles zu spät! Dann werden die Schotten dicht gemacht und Tür und Tor verrammelt. Oder in unserem Fall halt der Hafen dicht gemacht. Zu allem Übel kam dann auch noch eine Zeitungsente hinzu, die tatsächlich behauptete, wir hätten wirklich einen Fall an Bord. Natürlich stimmt das nicht! Völliger Quatsch! Aber in der Karibik sind wir nicht die einzigen, denen die Zufahrt verweigert wurde, und wir sind auch nicht das einzigste Aida Schiff. Diese Panikmache ist ganz schön nervig auf Dauer! Jedenfalls bin ich heute mit meiner Kollegin Mirjam auf Ausflug gegangen. Kopf frei und durchatmen. Insel Rundfahrt mit diversen Fotostopps im Geländewagen und Baden am Strand. Die Aussicht von den hohen steilen Bergen war schon phänomenal! Teilweise konnten wir von einem Punkt das Meer rechts und links sehen! Kleine Inselchen lagen am Horizont im türkisblauen Wasser. Die Sonne ballerte, die Füße verbrannten fast im heißen Sand und die Haut wurde nach kurzer Zeit knallrot. Aber das Wasser war herrlich erfrischend. Ein ziemlich langer Strand mit ziemlich vielen Aida Gästen, die sich aber ziemlich gut verteilt haben, sodaß wir ziemlich viel Platz hatten und ziemlich ungestört waren! Allerdings waren die Preise für 2 Sonnenliegen und 1 Schirm unverschämt teuer. 25$! Ich wollte das nur mieten und nicht kaufen! Da haben wir das Geld kurzerhand in Rumpunsch investiert und waren glücklicher damit. Den Tag haben wir wirklich genossen! Und das hatten wir auch nötig!

Long Bay Beach, Tortola, British Virgin Island

29.2.2020 um 13:30 uhr

Cayman Islands

Alle 4 Jahre haben wir den 29. Februar, und heute habe ich ihn zu meinem persönlichem Highlight gemacht. Heute ging es in die Luft! Die letzten 2 Tage waren doch sehr durchwachsen. Wir hatten mal wieder einige Krankheitsfälle an Bord, weswegen die Hygienemaßnahmen wieder erheblich erhöht wurden. Auch im Hinblick auf den Corona Virus. (Dabei lebe ich bereits mein ganzes Leben damit, und mir geht’s gut! – Sorry, Schwesterchen, aber der musste sein! 😂) Jedenfalls gibt es auf sämtlichen AIDA Schiffen nicht einen einzigen Fall oder auch nur den Verdacht einer Infektion. Aber derzeit wird ganz schön Panik damit ausgelöst. Auch wenn jährlich mehr Menschen der Grippe erliegen, als diesem Virus jetzt. Außerdem hatten wir 2 Tage lang für hiesige Verhältnisse ziemlich mieses Wetter und leichten Seegang. Und vor allem keine Sonne! So wurde mein geplanter ausflug in Belize, Mexiko, abgesagt. Zum Glück machen wir die Runde ja noch einmal! Jedenfalls brauchte ich mal dringenst wieder eine Auszeit, und die hab ich mir heute gegönnt. Es ging per Helikopter über die Cayman Islands für etwa 15 min. Zwar war es nur kurz, aber es hat sich gelohnt. Unglaublich, wie viele Schattierungen Türkis und Blau es gibt! Wir hatten richtig Glück, denn die Sonne strahlte! Und der Pilot war wirklich cool drauf und flog einige heftige Manöver, während im Hintergrund die Titelmelodie von „Magnum“ lief! Sehr passend, wenn es auch nicht Hawaii war. Aber es hat viel Spaß gemacht und wir sind über Riffe und Sandbänke geflogen, über die Hauptstadt George Town, über die Villen von Silvester Stallone, Trump und weiteren Hollywood Größen. Nette „kleine“ Anwesen haben sie dort stehen… Langsam finde ich Gefallen an solchen Helikopter Rundflügen. Es gibt ja noch einige spektakuläre Touren bei Aida. Mal sehen, wann es mich wieder an die richtigen Orte verschlägt. Der nächste Ausflug Land und zu Wasser ist übrigens auf Tortola geplant!

Cayman Islands, Helikopter Rundflug

22.2.2020

La Romana, Dom Rep

Mal wieder geht eine Reise zu Ende und die nächste beginnt. Zum Glück sind es nicht mehr so viele Runden, die wir hier noch drehen müssen. Nächsten Monat geht’s schon auf die Trans-Reise Richtung Europa zurück. Und dann dauert es nicht mehr lange und es heißt endlich auch für mich: Sie haben Urlaub! Und genau damit habe ich mich in den letzten Tagen intensiv beschäftigt. Zur Probe quasi mache ich nämlich eine kleine Tour auf eigene Faust und komplett alleine in the road durch die Toscana. Zur Probe, ob es so für mich funktioniert für eventuelle größere und längere Touren. Der Plan ist, mit dem Auto über etwas mehr als 14 Tage von Stadt zu Stadt und Dorf zu Dorf zu fahren, die Landschaft zu genießen, hier und da vielleicht in ein Weingut einzukehren, ganz viel Kultur zu tanken und schließlich in Florenz, der Hauptstadt der Renaisance, die Tour zu beschließen. Das wird großartig werden! Und da wir derzeit mega-mäßige Umsätze fahren, plane ich vorher noch einen weiteren Städtetrip. Ich lass es richtig krachen! Nach mir die Sinnflut!

Hier dagegen, mal abgesehen von der täglichen Routine und den damit verbundenen Umsätzen, passiert nicht sehr viel. Hin und wieder haben unsere Chefs etwas merkwürdige Ideen, die nur schwer bis gar nicht umzusetzen sind, aber das bringen wir Ihnen auch noch bei. Für die kommende Tour habe ich noch zwei, vielleicht drei, Ausflüge geplant. Und ich hoffe mal sehr, das die klappen. Ein bisschen möchte ich dann schon noch etwas hier von der Gegend sehen. Und nicht immer nur im gleichen Stammcafé einkehren. Hauptsache, das Wetter spielt mit. Derzeit sieht es schon wieder nach Regen aus. Aber spätestens in Mexiko knallt wieder die Sonne. Na mal sehen, was hier noch so passiert…

12.2.2020 um 12:30 uhr

Cozumel, Mexico

Und mal wieder in Mexiko. Eigentlich sollten wir heute ja in Costa Maya sein, einem Hafen am Festland. Zumindest war es so geplant. Aber aus irgendwelchen Gründen hat das nicht so geklappt, also sind wir doch wieder auf Cozumel. Allerdings an einer anderen Pier, und zwar dort, wo ich vor 5 Jahren mit der Vita lag. Auch ganz nett, mal wieder hier zu sein. Es ist doch ein Stückchen weiter weg von unserer normalen Pier. Hat sich auch hier etwas verändert. Aber hier ist die No Name Bar ziemlich nah. Und daneben ist der Tatoo Laden. Also werde ich jetzt mal die Chance ergreifen, und mein Tatoo nach 3 Jahren vervollständigen. (Jetzt fängt doch tatsächlich eine mexikanische Band neben mir an zu spielen?! Komplett mit Trompete, Geige und Gitarre! Und das nicht zu leise!) Also wo war ich? Zum Tatoowierer, genau. Mein erstes stammt aus Singapur, ist aber nie fertig geworden. Heute ist meine Chance!

Meinem Finger geht’s übrigens langsam besser. Ich muss immer regelmäßig den Verband wechseln lassen, aber die dicke Polsterung ist weg. Hin und wieder tut er noch weh, also wirklich belasten und gut schreiben kann ich noch immer nicht. Aber das wird schon.

Cozumel

8.2.2020

La Romana, Dom Rep

Nach fast 12 Stunden wohltuendem Schlaf wollen wir doch mal sehen, was der Tag heute so bringt. Ich bin seit gestern quasi „out of order“. Es schien, als wäre mir ein Nagel am Finger eingewachsen und hätte sich entzündet. Also hat der Doc, der zum Glück 40 Jahre Chirurgie Erfahrung hat, gesagt, daß es am besten operiert wird. Zuschauen durfte ich aber nicht. Der Doc wollte nicht auch noch eine Platzwunde am Kopf versorgen! Und so laufe ich jetzt mit einem dicken Finger herum. Ist ganz schön umständlich, tut auch noch weh, ist aber hoffentlich bald vorbei. Zu lange kann ich dem Job ja auch nicht fern bleiben, ich darf gar nicht an mein Email Postfach denken, das wahrscheinlich schon platzt. Aber wenigsten habe ich die Zeit genutzt, um mich mal richtig auszuschlafen. Sofern das halt ging. Morgens um 8 war ich zum ersten mal wach, und dann klingelte regelmäßig das Telefon, weil die Kollegen wohl nicht wußten, das ich krank geschrieben bin. Sehr viel kann ich so ja auch nicht unternehmen, also denn lieber wieder bald arbeiten. Allerdings ist es etwas unpraktisch, mit dickem Mittelfinger Gastgespräche zu führen. Das könnte man falsch verstehen…

Out of order

5.2.2020 um 15:00 uhr

St.Maarten

Wir sind mal wieder in St.Maarten und es ist so heiß, wie immer. Ich sitze im Hard Rock Cafe und lasse mir eine riesige Portion Nachos schmecken. Die letzten Tage waren recht anstrengend, denn wir hatten einige Krankheitsfälle an Bord, was für einen erheblichen Mehraufwand an Arbeit bedeutete. Doch nun haben wir es zum Glück überstanden. Nicht ganz ohne Blessuren, zumindest was mich selbst angeht. Ich habe mir eine Entzündung des Nagelbettes am Mittelfinger eingefangen, was höllisch weh tut. Doch ich bin in ärztlicher Behandlung! Also wird das schon wieder werden. (Puhh, ich glaube mit den Nachos habe ich übertrieben! Die Portion übersteigt meine Fähigkeiten!) Ansonsten ist nicht so viel passiert, außer das wir nun alle ziemlich kaputt sind. Aber die Gäste haben es gut aufgenommen und wir hatten wenig Diskussionen, weil der eine oder andere sich sträubte. Im Gegenteil, viele fanden es ganz gut. Außerdem beobachten wir gespannt die Lage, wegen des Aufbruchs des Corona Virus. Es sind ja auch etliche Kollegen auf anderen Kreuzfahrtschiffen betroffen. Und es bringt etwas meine langfristigen Reisepläne durcheinander. Vielleicht sollte ich diese doch nicht auf die lange Bank schieben? Irgendwas ist immer!

Nachos im Hard Rock Cafe auf St.Maarten

An Bord von AIDA

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