4.8.2019 um 23:45 uhr

Eidfjord, Norwegen

Da mein Vertragsende so langsam in Sicht ist, wollte ich mir noch einen Ausflug gönnen. Ich bin auf deutschen Flüssen gepaddelt und in der karibischen Lagoone, aber bisher noch nicht im norwegischen Fjord. Das hab ich heute nachgeholt. Und es war wirklich schön! Aber auch schön anstrengend. Das Wetter war herrlich, in der Sonne richtig gehend heiß, ich habe auch etwas Farbe bekommen. Das Wasser hatte dagegen frische 17 Grad. Aber es kühlte schön, während wir auf dem Kajak schwitzten. Ich kam als Hilfs Scout mit und habe es voll genossen! Leider bekam ich kein Einer Kajak sondern musste mir einen ZweiSitzer teilen. Aber mein Sozius war zum Glück nicht gänzlich unerfahren, sodass wir ganz gut miteinander auskamen. Eigentlich waren wir sogar die meiste Zeit in der Spitzengruppe, also immer vorneweg und recht zügig unterwegs. Es ging ein gutes Stück den Fjord entlang und in einen Seitenarm rein. Und dann hatten wir ein grandioses Naturschauspiel vor Augen. Nämlich zum einen die absolute Stille und zum anderen die grandiose Natur! Norwegen hat fast die Fläche von Deutschland, aber nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Dementsprechend dünn besiedelt ist das Land. Die Felsen ragten bis zu 600 Meter neben uns hinauf, und genauso tief ist auch das Wasser. Der Reiseleiter sprach gutes Deutsch und unterhielt uns mit kleinen Geschichten und allerlei Wissenswerten über die Natur hier. Der Sommer ist hier mittlerweile vollends ausgebrochen und die Berge sind mit einem satten Grün bedeckt. Auch das Wasser strahlt ein tiefes Grün aus, wegen der vielen Algen und Moose Unterwasser. Aber es war auch anstrengend. Früher bin ich fast täglich Kanu gefahren. Heute merke ich, das doch recht viele Muskeln lange nicht mehr beansprucht wurden. An der Technik liegt es nicht, das klappt immer noch, aber die Kondition… Autsch! Morgen werde ich ziemlch sicher alle fünf Minuten sterben. Am besten nicht bewegen! Aber ich bin froh, das es geklappt hat! Missen möchte ich es nicht! Und jetzt bin ich hundemüde!

Paddeln im Eidfjord

26.7.2019 um 13:00 uhr

Stavanger, Norwegen

Also entgegen meiner Gewohnheit etwas auszuplaudern, bevor es in Sack und Tüten ist, werde ich nun doch schon mal einige Details meiner näheren Zukunft verraten. Dank meines langjährigen Freundes und nun auch Mentors Jan, werde ich im nächsten Vertrag als Executive Restaurant Manager auf die Aida Diva aufsteigen. Und zwar nach fast 3 Monaten Urlaub. Das ist der Plan. Damit wäre ich verantwortlich für sämtliche Restaurants an Bord und etwa 130 Mitarbeiter, da hierbei auch die Bar Crew mitzählt. Als Sahnehäubchen obendrauf gibt es noch: ich löse Jan auf der Diva in dieser Position ab. Zumindest ist es so geplant. Damit habe ich endlich nach 5 Jahren die zwei Streifen wieder, womit ich angefangen habe, bekomme auch mehr Geld, aber auch mehr Verantwortung. Die Route ist ebenfalls sehr hübsch, denn ich steige exakt nach den US Häfen auf und verbringe den gesamten Winter in der Karibik zwischen Mexiko und St.Maarten. Immerhin hatte ich dieses Jahr bisher auch kaum richtig Sommer! Ich freue mich sehr darüber und bin recht optimistisch. Ich glaube, Jan hat mich gut vorbereitet, und er glaubt auch an mich. Also habe ich ebenfalls Selbstvertrauen.

Bis dahin aber muss ich zum einen diesen Vertrag noch erfüllen. Bei gut 30 Tagen ist das jetzt nur noch ein Kinderspiel! Und dann 3 Monate Urlaub herum bekommen. Auch keine Schwierigkeit, denn ich habe einiges geplant. Und dann werde ich hoffentlich auch wieder genügend Zeit finden, den Blog regelmäßiger zu schreiben. Als erstes geht’s für einen Städtetrip nach Wien. Meine Eltern sind begeistert von der Stadt und kommen mit. Ich war vor Jahrzehnten zum letzten mal dort, und Aida kommt da nicht wirklich hin. Also fahren wir hin. Für eine Woche, Sightseeing machen. Wird sicher sehr interessant, da Wien eine alte Stadt mit einer großartigen Geschichte ist. Zur Entspannung geht’s im Oktober dann mit der Aida prima von Kiel nach Mallorca. Hauptsächlich will ich mir das Schiff mal anschauen. Die Route um Westeuropa herum ist auch nicht schlecht, einige Städte und Häfen werde ich mal genauer erkunden. Als Urlauber hat man ja Zeit dafür. Aber in erster Linie geht’s mir wirklich um das Schiff. Bevor ich wirklich mal zum arbeiten darauf geschickt werde. Und wenn dann noch Zeit ist, eigentlich habe ich genug Zeit, geht’s vielleicht noch im November auf einen Städtetrip nach Florenz. Ich will endlich mal die Uffizien, diese weltberühmte Gemäldegalerie sehen. In Florenz selbst war ich ja schon, aber nur ganz kurz für einen Tag. Und da habe ich wirklich nur eine Ahnung bekommen, was es alles zu sehen gibt. Also fahre ich für 5 Tage hin.

Soweit ist die Planung… ich werde aber Bescheid geben, wenn sich etwas ändert…

22.7.2019 um 10:45

Andalsnes / Molde

Irgendwie schaffe ich es nicht mehr so richtig, hier regelmäßig einen Blog zu schreiben. Es ist nicht nur die Zeit, die mir fehlt, es gibt auch nicht viel berichtenswertes. Alles ist so normal, ruhig und geradezu langweilig, wie es nur sein kann. Die Gäste kommen und gehen mit schöner Regelmäßigkeit alle 10 Tage. Die Crew verändert sich langsam, mal geht der eine, dann der andere, die Teams ändern sich unmerklich. Der Alltag aber bleibt. Alles ist fein säuberlich abgestimmt,  sodas wir mit unserem Schiff seit Wochen flottenweit führend sind, was Gästezufriedenheit und Umsatz anbelangt. Auch in unserer Abteilung harmoniert es richtig gut, kaum einer macht Stress. Und wenn wir zufrieden sind, sind es die Gäste auch. Auch wir in den Restaurants und Bars sind auf Platz 1, und seit Wochen, eigentlich schon sein Monaten unter den Top 3. Also alles in Butter.
Meinen Test, meine Trainings usw. habe ich auch erfolgreich abgeschlossen, das hat übrigens auch Zeit gekostet. Und so sehe ich einer baldigen Beförderung und meinem Vertragsende also auch relativ gelassen entgegen. Hin und wieder laufe ich noch mit der Bar mit, fördere mein eigenes Mädel aus meinem Team auf deren nächste Position vor und versuche selbst noch möglichst viel Wissen mitzunehmen und zu vermitteln. Also auch alles schick. Wenn ich dann mal etwas Zeit habe, beschäftige ich mich mit meiner Urlaubsplanung, denn da habe ich einiges vor. Endlich werde ich mir eines der großen Schiffe anschauen, denn es geht zum Urlaub auf die Prima rund um um Westeuropa von Kiel nach Malle. Und noch einmal für eine Städtereise nach Wien. Also gibt es nach wie vor viel zu sehen und zu erleben. Bevor dieser Vertrag zu Ende geht, werde ich aber schon noch mal etwas mehr zur Beförderung und zum Urlaub schreiben. Nun wird es schon wieder Zeit…

Andalsnes

10.7.2019 um 11:30 uhr

Bergen – schon wieder

Und wieder fängt eine neue Tour an, und wir sind wieder im ersten Hafen in Bergen. Diesmal ohne Regen. Trotzdem zieht es mich nicht an Land, obwohl mein letzter Landgang auch schon wieder ziemlich her ist. Doch auf dieser Runde habe ich endlich nach über drei Monaten Spätdienst. Das heißt, ich kann ausschlafen! Bisher bin ich jeden Tag um 6 Uhr aufgestanden, egal wie kurz die Nacht auch war. Das ist auf dauer schon anstrengend. Nun genieße ich es, mal mehr als 6 Stunden am Stück frei zu haben! Die Kehrseite der Medaille ist aber auch, wenn ich um 12 Uhr Mittags meinen Dienst beginne, muss ich quasi bis zum Ende durcharbeiten, mit einer kleinen Pause zum Abendessen. Um 17.00 Uhr. Ist auch nicht so einfach. Und zum Landgang bleiben so auch nicht viele Möglichkeiten als nur vormittags. Mal sehen, wie ich damit zurecht komme. Eigentlich ist mir der Frühdienst ja lieber. Immerhin wird das Wetter besser. Zwar ist es noch immer recht frisch, dafür das wir Sommer haben, aber es regnet zumindest nicht mehr so häufig. Immerhin haben wir ja Juli! Eine gute Nachricht: meinen Bar Test habe ich erfolgreich bestanden. War nicht so schwierig, wie ich dachte. Jetzt brauch ich noch praktische Erfahrung, die mir die Kollegen aber hin und wieder vermitteln. Und schließlich Feedback von Rostock, wie und wo es weitergeht. Neben meinen eigenen Ambitionen habe ich natürlich auch jemanden, den ich fordere und fördere. Auch da wartet täglich Arbeit auf mich, aber wir sind auf einem guten Weg, die Beförderung für meinen Schützling zu erhalten. Ein gutes Gefühl!

Nur mit den Führen des Blogs komme ich auf diesem Vertrag nicht so richtig nach. Zwar ärgert es mich hin und wieder selbst, aber da ich hier vieles auch schon kenne, längst nicht so oft an Land komme und mir irgendwie auch immer die Zeit fehlt, bleibt der Blog oft genug auf der Strecke. Selbst Fotos habe ich diesmal nur wenige geschossen. Normalerweise komme ich mit 3000 Fotos aus einem Einsatz zurück. Jetzt werden es wohl gerade so 1000. Das macht die Auswahl später sicher leichter. So, nun muss ich langsam los…

1.7.2019 um 23:59 uhr

Geiranger Fjord

Es schon wieder eine Weile her seit meinem letzten Blog. Über eine Woche. Also hier mal ein kleines Update. Die lange Tour bis hinter den Polarkreis nach Spitzbergen und dem Nordkap haben wir hinter uns gebracht. Nun geht’s wieder normal mit 10 Tages Touren in die Fjorde Norwegens weiter. Für mich ist ebenfalls Bergfest gewesen, und heute habe ich exakt noch 2 Monate, bis ich wieder heim fahre. Doch bis dahin gibt’s noch viel zu tun. Leider konnte ich meinen Test noch immer nicht abschließen, aber ich bleibe dran. Bis dahin laufe ich einfach mit den Bar Chefs mit, die mir freundlicherweise ihren Job erklären und sehr geduldig sind. So erhalte ich zumindest ein wenig Einblick und das, was auf mich zu kommt.
Das Wetter dagegen lässt hier eher zu wünschen übrig. Während Deutschland unter einer Hitzewelle stöhnt, haben wir hier in Norwegen erfrischende 10 Grad. Und meistens Regen. Vor zwei Tagen in Bergen goss es wie aus Kübeln. Heute sind wir im Geiranger Fjord, und auch hier regnet es permanent. Die Wolken hängen direkt vor den Bergen und wabern lustlos vor sich hin, während die Bäume vor Nässe triefen und eher den Eindruck erwecken, Regenwälder zu sein. Alle hundert Meter stürzen sich Wasserfälle die Berghänge hinunter und das Dorf selbst erlebt quasi eine Touristen Invasion. Es hat normalerweise nur 200 Einwohner, doch heute fallen wir mit 2300 Passagieren und ein Costa Schiff mit locker 2500 Passagieren hier ein. Ich komme gerade von Land. Die Menschenmassen sind fürchterlich! Der Ort selbst könnte vielleicht ganz idyllisch sein, doch Reihen sich dutzende Souvenirshops aneinander. Etwa 50 Meter über dem Fjord steht eine kleine schlichte Holzkirche, gerade groß genug für die handvoll Christen hier. Als besonderes Highlight rauscht aber ein Wasserfall von nicht geringer Größe mitten durch das Dorf den Berg hinab und in den Fjord hinein. Selbstverständlich ist er auch touristisch erschlossen. Komplett mit Treppe direkt neben dem Wasserfall, man wird also ziemlich nass, und zwei kleinen Brücken über den Wasserfall. Es ist laut, es ist nass, es ist glitschig, es ist aufregend. Denn die Treppe und die Brücke sind aus einfachen Gitterrosten und Stahlgeländer zusammen gebaut. Man läuft quasi über das rauschende Wasser, denn der Abstand beträgt keine 50 cm. Hat schon was… Einziger Makel hier, wo die Norweger noch nachbessern müssen ist, wir haben kein Internet über Satellit hier. Die Berge schirmen alles ab! 

Geiranger Fjord

23.6.2019 um 15:30 uhr

Zurück aus dem Norden

Wieder ist viel Zeit vergangen, seit ich die letzten Zeilen geschrieben habe. Doch diesmal hatte ich wirklich keine Schuld. Nicht nur, dass wir im äußersten Norden auf dem Wege nach Spitzbergen kein Internet hatten, selbst auf dem Rückweg war es nur sporadisch da, da es wohl auch technische Probleme gab. Also war ich bis gestern so gut wie weg vom Fenster. Mittlerweile sind wir zurück, haben auch das Nordkap und Hammerfest besucht, und sind heute in Tromso. Wiede einmal für mich. War ja erst im Februar hier. Diesmal war ich übrigens nicht am Nordkap direkt, denn ich war ja bereits 2 mal oben. Diesmal hatten die Kollegen die Chance, die Mitternachtssonne dort zu sehen. Außerdem weiß ich nur zu gut, wie schwer ich am nächsten Tag aus dem Bett komme, wenn die Nacht nur so kurz ist. Schließlich gehen die Ausflüge dorthin nur mitten in der Nacht hin. Von Mitternacht bis 4:30 Uhr! Hier in Tromso habe ich übrigens meine ersten Nordlichter gesehen. Daran ist jetzt natürlich nicht zu denken, denn die Sonne ist seit gefühlt einer Woche nicht mehr unter gegangen. Gestern war auch Mitsommernacht. Nur das trotz mitten im Sommer es noch immer sehr, sehr frisch draußen ist. Wir reden hier mal eben von sommerlichen 5 Grad! Und heute regnet es auch noch, und der Wind macht die Sache nicht angenehmer. Da bleib ich doch lieber an Bord und betreibe etwas Augenpflege. Außerdem bin ich noch immer am lernen, um meinen Online-Test zu bestehen, den ich ja bisher nicht machen konnte. Nebenher haben wir natürlich immer noch genug Arbeit, die ja auch nicht weniger wird. Gestern beispielsweise habe ich bei mir im Steak House einen Country Abend auf die Beine gestellt. Jede Menge Dekoration und gute Laune. Ich hatte so etwas schon einmal vor 1,5 Jahren auf der Stella gemacht. Und diesmal haben wir einen tollen Gitarre spielenden Gastkünstler, den Eric Paisely, an Bord, der einige Songs der Country Szene zum besten gegeben hat. Immerhin habe ich so zum einen die Bude voll bekommen, zum anderen haben wir für ordentlich Stimmung gesorgt. Die Leute sind mitgegangen, haben mitgesungen und am Ende gab es Standing Ovations. Das Ganze bei leckerem Steak mit Bier oder Wein, und eine Runde Feuerwasser habe ich auch noch geschmissen. War ein grandioser Abend! Heute müssen wir uns alle erstmal erholen…

Mitternachtssonne um 0:45 Uhr beim Nordkap

17.6.2019 um 15:00 uhr

Reykjavik & Isafjördur, Island

Da wären wir mal wieder nach 2 oder 3 Jahren zurück auf der Insel Island. Und bevor wir in den nächsten Tagen auf dem Weg nach Spitzbergen das Satellitensignal und damit das Internet verlieren, gibt’s noch ein paar Zeilen von mir. Seit wir gestern in Reykjavik waren, haben wir endlich auch etwas Sommer. Allerdings fühlt er sich hier doch anders an, als zu Hause in Deutschland. Derzeit scheint die Sonne vom blauen Himmel und es sind warme 10 Grad. Gestern bin ich natürlich an Land, es wurde mal wieder Zeit, um endlich das Hard Rock Cafe hier zu besuchen. Bei meinem letzten Besuch hier gab’s das nämlich noch nicht. Ich glaub, nun habe ich die 50 voll. Autsch! Aber der Bummel durch die Stadt tat mir ganz gut. Einmal zur Kathedrale, durch die kleine Innenstadt und dann durch ein Kneipen Viertel, das ich vorher noch gar nicht kannte. Hier habe ich dann auch den Weihnachtsbriefkasten entdeckt. Aber auf Spitzbergen gibt’s noch einen. Und der ist an die 3 Meter groß, wenn ich mich recht entsinne. Morgen geht’s dann zum letzten Hafen hier, nach Akureyri. Das Städtchen ist mir in ganz guter Erinnerung geblieben, denn dort habe ich es nie in die Kirche geschafft. Aber morgen ist mal wieder ein Nationalfeiertag, also wird wohl ohnehin wieder alles voll werden. Mal schauen.

Ansonsten versuche ich jeden Tag etwas zu lernen und mich auf den neuen Einsatz schon vorzubereiten. Also erstmal um meine Tests demnächst glücklich zu überstehen. Es ist doch echt viel, was da auf mich zu kommt. Und ich bin nicht sicher, ob das wirklich alles so klappt, wie es sollte. Erschwerend hinzu kommt, das unsere Trainerin leider absteigen musste, sodass ich nun sehr viel mehr ohne Hilfe bzw mit weniger Hilfe erreichen muss. Da habe ich nun ein bisschen Bammel vor. Ende des Monats stehen die Tests an, und dann muss es klappen. Sonst habe ich die letzten zwei Jahre umsonst gekämpft…

Isafjördur, Island

13.6.2019 um 13:00 uhr

Kirkwall, Schottland, Orkney Inseln

Endlich mal wieder im Königreich! Ein wenig hab ich es ja schon vermisst. Weniger das Wetter, denn es ist typisch nass und kalt, aber doch mehr die kleinen, engen Gassen und verwinkelten Strassen. Die typisch englische Architektur und die freundlichen Menschen hier. Alles erinnert mich immer wieder an meine Zeit auf den Kanalinseln. Doch nun bin ich hier und an Land und bummle ein wenig durch die kleine Stadt. Dummerweise habe ich keinen Schal mitgebracht, wo wir doch noch weit in den Norden fahren, auch wenn es Sommer ist. Aber hier finde ich sicher Abhilfe in Form eines Schals aus der Wolle schottischer Schafe mit schotten-karos drauf. Auf dem Schal. Nicht auf den Schafen. Per Shuttle ging es also wieder an die Schafen und Kühen vorbei und einmal um die Bucht herum. Eigentlich ist es ja eher nur ein Fischerdorf. Wenig hat sich hier verändert seit ich vor einem Jahr mit Aura hier war. Oder war es vor 1,5 jahren mit der Vita? Es gibt ein neues Wandbild, die Geschäfte sind fast alle noch da und der Pub macht sich langsam. Es scheint immer wieder etwas modernisiert zu werden. Dadurch verliert er aber auch ganz schön an seinem typisch englischen Charme. Die Pubs hier sind meistens klein, verwinkelt, laut, mit viel Messing und oft mit einem ganzen Sortiment an Whiskey. Herrlich!
Gerade lass ich mir in meinem Lieblings Cafe-Shop-Souvenierladen-Mix-was auch immer einen sehr sahnigen Muffin und einen sehr milchigen Cappuccino schmecken. Hier habe ich noch einen interessanten Gin-Tee entdeckt,  den ich wohl mitnehme. Gegenüber ist die dicke, alte Kirche St. Magnus, wo ich gleich noch mal reinschaue. Und alsbald geht’s dann wieder zurück zum Schiff. Wir erwarten bereits am Nachmittag heftigen Seegang. Die Überfahrt nach Island wird also spannend werden. Vor zwei Tagen war die Luna noch hier, die hatten schönsten Sonnenschein…

Kaffeepausen sind die schönsten… Kirkwall, Orkney Inseln

12.6.2019 um 13:30 uhr

Auf nach Norden

Neue Reise, neues Glück. Seit gestern geht’s auf die große Reise Richtung Nordpol, mal wieder über den Polarkreis über Schottland, Island bis nach Spitzbergen, nur noch 1000 km vom Nordpol entfernt. Das Schiff ist zwar nicht sehr voll, aber es sind mal wieder viele Vielfahrer, also alte Bekannte, an Bord. Und als ob ich es geahnt hätte, hab ich sie alle wieder zum Frühstück da. Schön!… Seit einigen Tagen haben wir auch wieder etwas Bewegung im Schiff, sprich Seegang. Allerdings nicht wirklich viel, aber immerhin. Mal sehen wie es rund um Island wird, da besteht am ehesten die Chance auf Umroutung. Doch bisher sieht alles gut aus. Unsere Tour führt uns auch ans Nordkap, wo ich aber diesmal wohl nicht mitfahren. Also die Gäste mitten in der Nacht auf den Ausflug dahin begleite. Ich war ja schon zwei mal dort, aber vielleicht ergibt sich etwas anderes. Morgen sind wir jedenfalls erstmal in Kirkwall, in Schottland, wo ich definitiv an Land gehe, denn ich mag dieses kleine Städtchen mit den kleinen Cafe’s. Mit der Vita war ich vor 1,5 Jahren zuletzt dort. Ich freu mich schon drauf.

Außerdem scheint es jetzt etwas vorwärts zu gehen, was meine Promotion betrifft. Wir haben eine Trainerin an Bord, mit der ich schon die ersten Termine hatte, und mit der ich in den kommenden Wochen weitere Lernfelder abarbeiten werde. Nebenher bin ich fleißig am lernen, um demnächst noch einen Test in der Barkunde zu bestehen. Das brauch ich für den nächsten Einsatz. Also es wird nicht langweilig. Natürlich habe ich in meinem regulären Job die üblichen täglichen Routine Aufgaben zu erledigen. Aber bisher passt das alles. Viel zu tun, viel zu tun…

5.6.2019 um 16:00 uhr

Andalsnes & Molde

Wird mal wieder Zeit für einen kleines Update, bevor schon wieder eine Woche vergangen ist. Die Zeit vergeht hier eigentlich doch recht schnell. Jedenfalls ist heute einer der Tage, wo wir zwei Häfen anlaufen. Wir sind jeweils einen halben Tag hier, kaum mehr als 4 Stunden, und mit dem raus gehen ist es so immer etwas knapp. Das gilt für beide Häfen logischerweise. Im ersten Hafen Andalsnes gehen aber auch Ausflüge los, die wir im zweiten Hafen Molde dann wieder einsammeln. Bisher hat es immer ganz gut geklappt. Sie liegen ja beide im Fjord, und es besteht nicht die Gefahr, das wir wegen Wetter den zweiten Hafen mal nicht anlaufen können. Apropo, so komme ich gut zum nächsten Thema. Denn direkt den ersten Hafen der Reise, Bergen nämlich, hätten wir erst fast nicht anlaufen und dann ebenso fast nicht wieder verlassen können. Nur zwei Schlepper und volle Maschine voraus kamen gegen 55 Knoten Wind an. Es war nicht einfach, hat aber geklappt. Allerdings wurde dann aufgrund des Wetters der weitere Kurs komplett umgeschmissen. Trondheim fällt leider aus, einen Seetag mehr und die Häfen werden in anderer Reihenfolge angefahren. Ist schon nicht so einfach derzeit. Ebenso wenig hab ich es einfach, denn ich habe mir doch doch eine hübsche, ausgesprochen hartnäckige Erkältung eingefangen. Das macht den Dienst nicht gerade leichter, aber der Doktor sagt, das ich mir keine Sorgen zu machen brauche. Also versuche ich mal etwas weniger Stress an mich heran zu lassen und kurieren mich aus. Zum Glück habe ich in den letzten Wochen eine Kollegin eingearbeitet, die mich jetzt wunderbar vertreten kann. Und hin und wieder werden wir dann gegen 23:30 Uhr mit solchen Sonnenuntergängen in den Feierabend entlassen.

Strahlender Sonnenuntergang vor Norwegen

An Bord von AIDA

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