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9.1.2018 um 21:00 Uhr

Theben, Stadt der Toten

Heute stand uns nochmals ein langes Programm bevor. Zum Sonnenaufgang startete unser Ausflug nach Theben zur Stadt der Toten. Genauer gesagt fuhren wir zum Tal der Könige. Dort erklärte uns unser Reiseleiter, der selbst an vielen Ausgrabungen beteiligt war, ausführlich die Gräber, deren Könige, und sogar teilweise über die Auffindungsumstände. Alles wirklich hoch interessant. In drei Grabkammern konnten wir wirklich tatsächlich rein, unter anderem das von Ramses IV., deren Wandmalereien noch ausgezeichnet erhalten geblieben sind. Auch einen Doppeltempel, bzw. Grabkammer haben wir besichtigen können. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, den steinigen Schotterweg entlang zu gehen, denen Jahrtausende zuvor lange Prozessionen gefolgt sind. Der Weg an sich ist schon recht beeindruckend, auch wenn es im Grunde nur Hügelgräber sind. Die Könige von Oberägypten bevorzugten keine Pyramiden. Das waren die Könige von Unterägypten. Grabbeigaben gab es natürlich nicht mehr zu sehen. Soweit diese restauriert sind, liegen sie nun im ägyptischen Museum in Kairo oder Alexandria. Jedenfalls ging es danach weiter zum Totentempel von Hatschepsut, einer Königin, die ganze 23 Jahre regierte. Für die damalige Zeit sehr lang. Sie ließ den einzigen Terrassen Tempel bauen, der heute noch steht. Die lange Treppe zu den drei Ebenen und die weite Fläche davor mit dem Nil im Hintergrund ist einfach atemberaubend! Auch hier sind noch viele Farben im Original erhalten geblieben. (Ich komme mir ein bisschen vor, als hätte ich den Armreif des Anubis aus „Die Mumie 2“ um und er führte mich durch ganz Ägypten! Was für eine Vorstellung!) Schließlich fuhren wir zum letzten Highlight des Tages, den Kolossalstatuen von Memnon, die beiden noch erhaltenen Memnon Kolosse. Der dazu gehörige Tempel wurde leider bei einem Erdbeben zerstört. Beeindruckend sind sie trotzdem, wohl wegen der 25 Meter Höhe! Leider sind sie tatsächlich schon sehr verfallen. Zwischendurch besuchten wir noch eine Alabaster Werkstatt. Alabaster ist der Marmor Ägyptens. Ein halbdurchsichtiger, leichter marmorierter Stein. Sehr schick, sofern etwas Besonderes daraus entsteht. Die Präsentation der Handwerker dort war jedenfalls schon mal genial! Sehr lustig, informativ und witzig stellten sie ihre Arbeiten vor. Götter, Pyramiden, Obeliske, Tiere, Mumien usw. Übrigens gibt es mehr als 800 Werkstätten, alle als Familienbetrieb.
Schließlich machten wir uns auf den Rückweg zum Schiff, vorbei an Bananen Plantagen und jeder Menge Zuckerrohrfelder, wo wir nun endlich in See stechen. (Nennt man das eigentlich auch auf einem Fluss so?) Eine Seenotrettungsübung gab’s jedenfalls nicht. Aber der Nachmittag auf dem Oberdeck in der Sonne, Teatime gab’s auch, war auf jeden Fall traumhaft. Genauso, wie man sich eine Nil Kreuzfahrt vorstellt. Die Sonne strahlt, Palmen am Ufer, hie und da grasende Esel oder Rinder und schreiende Kinder. Und der Sonnenuntergang… Ein Traum!
Nun sind wir auf dem Weg nach Edfu, wo wir morgen einen weiteren Tempel, einen Doppeltempel besichtigen. Sofern wir die Schleuse heute überwinden… Es gilt 7 Meter Höhenunterschied zu überwinden!

Statue von Ramses II. in Karnak
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8.1.2018 um 22:00 uhr

Karnak und Luxor

Heute war schon wieder ein äußerst anstrengender Tag. Es ging quasi schon vor dem Aufstehen los, um 7:00 Uhr nämlich. Da ging es gleich rein in den Bus und auf nach Luxor. Wir fuhren etwa 230 km erst Richtung Westen und am dann am Nil entlang Richtung Süden. Während dessen hatten wir ausgiebig Gelegenheit, die Landschaft zu bewundern. Wüste, Berge, Wüste, Hügel, Wüste. Alles in allem recht eintönig. Sand, Stein und Geröll in nur wenigen farbigen Schattierungen. Keine Wolke am Himmel, kein Lüftchen regte sich. Groß waren die Berge auch nicht wirklich. Der größte Berg Ägyptens ist nur 1000 Meter hoch. Naturgemäß sahen wir auch nur wenig grün. Erst im Nil Tal änderte sich die Landschaft. Jede Menge Zuckerrohr Felder und einige Bananen Plantagen zogen vorbei. Immer wieder sahen wir auch Wachposten und Patrouillen. Etwa an allen wichtigen Verbindungsstraßen. Und tauchten wir dann auch richtig in die Geschichte von Ägypten ein. Bisher war es ja nur Urlaub, vom Land selbst haben wir ja nicht viel mitbekommen. Aber heute dafür umso mehr. Zum Mittag war wir an unserem Nil Kreuzfahrtschiff. Kurz die Cabine bezogen und dann ging’s gleich los nach Karnak, dem ersten Tempel und Ausgrabungsstätte. Unser Reiseführer ist wirklich gut und hat uns ausgiebig von den Pharaos, den Königen und Präsidenten des Landes erzählt. Aber dann wirklich und wahrhaftig vor den Zeugnissen der alten Pharaonen zu stehen, das ist schon was ganz besonderes! Riesige Statuen, noch größere Tempelkomplexe, Sphingen, Tempel für Aton, Re, Bastet, Amon, Ptah und all die anderen Götter Ägyptens. Hieroglyphen wohin das Auge reicht. Kolossalstatuen von 10, 15 Metern Höhe säumen die breiten Prachtalleen! Es ist unglaublich, daß all dies vor 3000, 4000 Jahren entstanden ist und heute noch besteht! Teilweise sind sogar die Farben von damals noch erhalten geblieben!
Ebenso beeindruckend war der Tempel von Luxor, zu dem wir während der Dämmerung gefahren sind. Das Bild der beleuchteten Statuen und Säulen war einfach überwältigend! Unser Reiseleiter übersetzte und erklärte uns ausgiebig die Hieroglyphen und erzählte so viel von den Dynastien der damaligen Zeit. Die Säulenhalle und die Königs Allee mit den Sphingen im Abendlicht war phänomenal! Fix und fertig kamen wir zurück zum Schiff. Heute waren wir im Reich der lebenden, der Ostseite des Nils, wo die sonne auf geht. Morgen geht’s ins Reich der Toten, auf das Westufer, wo die Sonne unter geht, ins Tal der Könige.

Luxor Tempel, Ägypten
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