Schlagwort-Archive: Türkei

1.7.2014 um 15:15 uhr

Izmir

Also bisher kannte ich Izmir nur aus der Umgangssprache (is mir übel). Aber ich muss nun sagen, Izmir is gar nicht so übel. Wenn man, so wie ich, lange auf See war und oft nur kleine Örtchen und Inselchen gesehen hat, wirkt Izmir geradezu wie eine Metropole. Tausende von Menschen, Taxis, Geschäften, lange Alleen, große Plätze und sehr viele moderne Gebäude prägen das Bild der Stadt. Die Uferpromenade zieht sich Kilometerlang am Meer hin. Auch viele europäische Geschäfte findet man in den unzähligen Einkaufsstraßen. Und was komplett erstaunlich und gegensätzlich ist; sowohl alte (Wiener) Pferdekutschen tummeln sich auf den Strassen als auch dutzende Elektroautos und Elektromopeds stehen an den Ladestationen. Voll krass! Und das in der Türkei!
Zwar rühmt sich die Stadt selbst einer 8000 Jahre alten Geschichte, doch ist Izmir drei mal zerstört worden. Zwei mal durch Feuer, einmal durch ein Erdbeben. Daher gibt es kaum noch Gebäude des alten Smyrna, wie die Stadt ehemals hieß. Die historisch wirklich interessanten Gegenden liegen aber in relativer Nähe, wie zum Beispiel Pergamon und Ephesos. Leider liegen diese aber doch schon zu weit für mich entfernt. Smyrna gilt auch als Geburtsstadt Homers.

Leider verlor ich von meinem freien Nachmittag bereits zwei Stunden durch eine Seenotrettung Übung und durch die wöchentliche Inventur. Also bestieg ich wieder den obligatorischen Bus für eine Stadtrundfahrt und versuchte im Vorbeifahren die wenigen Sehenswürdigkeiten zu fotografieren. Manchmal gelang es. Dabei beneidet ich stets unsere Scouts, unsere Reisebegleiter. Zwar müssen die sich stundenlang mit den Gästen herumärgern, können aber die interessanten Touren mitmachen. Mir blieb heute nur noch Zeit, an der Promenade entlang zu spazieren und einen türkischen Eiskaffee zu genießen. Man muss halt die kleinen Freuden auch zu schätzen wissen…

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20.April 2014 um 15:00 Uhr

An der türkischen Riviera

Gerade komme ich von meinem Ausflug aus der Stadt Antalya zurück. Also Antalya ist wirklich schon sehr europäisch. Viele westlich geprägte Stadtteile, vor allem viele neue Bauten sind in den letzten Jahren entstanden. Obwohl die ältesten Gebäude, wie das Wahrzeichen der Stadt, das Yivli-Minarett, bereits 800 Jahre alt ist. Und das Hadrianstor wurde bereits zu Zeiten des römischen Reiches 130 v.CH. erbaut.
Also habe ich einen kleinen Stadtbummel durch die Altstadt gemacht, die wirklich sehr schön ist. Teilweise erinnert sie mit ihren vielen kleinen Gassen, Cafés und Hotels an Süditalien. Der Blick über die Bucht ist wirklich toll. Das türkisfarbene Meer, die Stadt und relativ nah im Hintergrund die steil aufragenden Berge. Auf den höchsten Gipfeln ist tatsächlich Schnee zu sehen.
Ich bin in einigen kleinen Läden und in einer Moschee gewesen. Diese war zwar nicht sehr eindrucksvoll, also keine reichen Verzierungen, aber dennoch interessant. Viele weitläufige Parks mit Palmen mit den gerade aufblühenden Bäumen sind echt schön. Dazu knallte die Sonne auch ganz gut herab, obwohl wir heute früh mit nur 16°C angefangen haben.
Dann bin ich noch zum wirklich eindrucksvollen, aber auch recht teurem Aquarium gefahren. Fantastische Unterwasser-Dekorationen und Fische nahezu jeder Klimazone sind hier in riesige Aquarien zu sehen. Inklusive eines 130 m langen Unterwassertunnels. Jede Menge Haie und Rochen (allerdings Jungtiere) und tausende kleinere Fische kann man hier beobachten. Ich muss sagen, es hat schon was für sich, wenn man so einem Hammerhai mal ins Auge sehen kann. Und der war der Hammer, der Hai! Der Hammerhai.

Mein neuer Fotoapparat hat sich dabei ganz gut bewährt. Auf Rhodos musste ich mir einen neuen kaufen. Auf der Stadtrundfahrten gab erst der Akku von Marias Apparat den Geist auf, wenig später war meine Speicherkarte voll. Ein typischer Fall von Dumm gelaufen. Aber wir sind ja morgen noch mal auf Rhodos. Da kann ich vielleicht noch was nachholen.

Schließlich bekam ich Hunger. Zu meiner Schande mus ich gestehen, das am Aquarium leider nur noch ein türkischer McDonalds zu finden war. Also habe ich zwar irgendwie türkisch gegessen, aber auch irgendwie nicht. Schlimm?

 

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19.April 2014 um 23.00 Uhr

Schon wieder eine neue Stadt.

Antalya Es geht wirklich Schlag auf Schlag, jeden Tag in einer neuen Stadt. Heute sind wir schon in Antalya, wo wir aber über Nacht bleiben. Einmal etwas durchschnaufen. Die letzte Reise endet hier, eine neue beginnt. Die geht dann die Adria hoch bis Venedig. Hauptsächlich endet die Reise für die Gäste, aber auch viele neue Kollegen kommen an Bord.

Heute wurde ich direkt etwas unsanft geweckt. Grundsätzlich kann ich in der neuen Kabine gut schlafen. Wenn wir nicht so rasen, spürt man die Wellen auch kaum. Aber das Seitenstrahlruder ist nun in meiner Nähe und das macht echt Lärm wenn wir anlegen! Aber gewöhnlich arbeite ich ja schon, wenn wir anlegen. Also ist das nicht ganz so schlimm. Wenn Ihr Euch das Schiff mal von außen anschaut, dann bin ich ungefähr da, wo auf der linken Seite in Fahrtrichtung das Gelb des Aida Auges ist.

Antalya liegt am Fuße eines kleinen aber steilen Berges sehr malerisch an einer Bucht. Die Altstadt soll sehr sehenswert sein. Das werde ich mir morgen mal von nahem begucken, denn heute muss ich an Bord bleiben. Es gibt einiges, was ich hier sehen will, aber dazu morgen mehr.

Jetzt mal vielen Dank für die lieben Ostergrüße und diese gebe ich auch gleich zurück. Ein tolles entspanntes Osterfest aus der Stadt des heiligen Nicolaus (Weihnachten…) an alle zu Hause. Danke für das gelegentliche Feedback. Macht weiter, das motiviert mich zu neuen Berichten.

Nach dem Dienst…
Nun sitze ich in unserer Overnight wieder mal auf Deck 5 mitten in der Nacht, während alle anderen in die Stadt gefahren sind feiern. Aber mir ist das ganz recht so, dann ist hier wenigstens Ruhe. Ich komme viel zu selten zum lesen. Da bin ich tatsächlich manchmal etwas neidisch auf die Gäste, wenn ich die so im Sonnenschein lesen sehe.

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