Schlagwort-Archive: Venedig

7.6.2014 um 13:15 uhr

Venedig zum letzten Mal

Heute sind wir wieder in Venedig. Und zwar zum vorerst letzten Mal. Denn nun starten wir die Überfahrt ins südliche Mittelmeer und von Antalya aus Richtung Schwarzes Meer. Ich freue mich schon sehr auf die neue Route. Die bisher angelaufenen Häfen in der Adria kenne ich ja mittlerweile alle und es wird recht langweilig. Aber nun geht es ja weiter. Und dann starten auch die 14 Tages-Reisen, wo wir unsere Gäste besser kennen lernen können. Alle Aktivitäten, die bisher in eine Woche gepackt wurden, verteilen sich nun auf zwei Wochen, was sehr viel entspannter ist. Unsere Zielvorgaben haben wir alle mehr oder weniger erreicht, sodass auch unsere Chefs recht zufrieden sind. Außerdem ist das Wetter sehr gut, also sind auch die Gäste gut drauf.

Allerdings gibt es solche und solche. Eine Dame beschwerte sich an der Rezeption, das sie nicht auf ihren Balkon gehen könne, da der Fahrtwind zu stark wäre. Die Kollegen waren darauf hin versucht den Kapitän anzurufen, und ihn zu bitten, etwas langsamer zu fahren. Ich selber versprach mich bei Gästen, während ich das Sorbet abräumte und fragte: Hat es Sie erwischt? anstatt: Hat es Sie erfrischt? Sie nahmen es mit Humor…

Seit über einer Woche haben wir strahlenden Sonnenschein bei 28°C, kaum Seegang und nur leichtem Wind. Ich habe es mit der Sonne sogar etwas über trieben, denn ich bin ganz schön braun gebrannt. Die Kollegen sagten am Pool, ich soll mich mal wenden….

Heute habe ich Bergfest! Heute habe ich die Hälfte meines Vertrages geschafft, die andere Hälfte liegt noch vor mir. Außerdem habe ich mich nun doch entschlossen, weiter zu machen, also noch eine Fahrt zu machen. Eine Anfrage habe ich bereits gestellt, mal sehen, wann ich ein Feedback bekomme. Am liebsten wurde ich ja wieder über den großen Teich und die Ostküste Amerikas sowie die nördliche Karibik befahren. Drei Schiffe sind dort unterwegs. Dann fehlt nur noch eine Fahrt nach Spitzbergen und dem Nordkap und eine Fahrt in die Ostsee Richtung St.Petersburg. das wäre ein Traum. Mal sehen, ob ich ihn verwirklichen kann…

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31.5.2014 um 24:00 uhr

Eine Woche später…

Tut mir leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Ich hoffe, Ihr habt nicht die Lust verloren, hier regelmäßig meine Berichte zu lesen. Deshalb schreibe ich nun einen kleinen Überblick, was so alles passierte.
Viel war es ja leider nicht. Die Woche verging so schnell, das ich auch wenig Zeit hatte, etwas zu schreiben. Wir hatten sehr viel zu tun. Das Restaurant war von sieben Tagen an vier Tagen fast komplett ausgebucht. Die Gäste hatten einfach Lust, Geld auszugeben. Sie waren so gut drauf, waren stets guter Laune, wir haben so viel positives Feedback bekommen, es hat einfach Spaß gemacht zu Arbeiten. So komisch sich das anhören mag. Aber es war toll! Natürlich war es auch anstrengend, und in den wenigen Stunden Freizeit habe ich viel geschlafen. Logisch. Irgendwo muss die Energie ja herkommen. Aber wie gesagt, es war gut!

Viel war ich demzufolge auch nicht draußen, also an Land. Ich habe mich eher auf das Vorderdeck verzogen und in die Sonne gelegt. Das Wetter hat auch super mitgespielt, denn es war durchgehend warm bei etwa angenehmen 25°C im Schatten, in der Sonne war es geradezu richtig heiß. Zumindest zeitweise. Und auf dem Blech Beach, wie unser Crew Sonnendeck auch heißt, gibt es keinen Schatten. Wir liegen direkt unter der Brücke in der prallen Sonne. Ein Foto hatte ich ja bereits in Südost Asien geschickt.
Gestern in Zadar, war ich dann mal wieder draußen. Aber da ich ja bereits fast alles kenne von der Innenstadt, der Altstadt, ging ich mit Tino und Mandy, mit denen ich in Indien bereits schon mal unterwegs war, essen. Es war lecker. Ganz gemütlich in einem kleinen stillen Innenhof mit etwas Sonne und total entspannt und viel Zeit. Einfach mal abschalten. Das war echt gut! Und jetzt habe ich keine Kunas mehr (kroatische Währung, aber egal)!

Dann erreichte mich eine schöne Nachricht, und zwar das meine Eltern während ihres Ravenna Urlaubs einen Tagesausflug nach Venedig machen. Und wie es der Zufall will, klappte das auch bei mir wie die Faust aufs Auge, denn ich hatte keinen Mittagsdienst, sondern nur Frühstück und Dinner. Also am Nachmittag viel Zeit. Also bin ich heute um kurz nach Zehn nach Venedig rein gefahren und wir trafen uns auf dem Markusplatz. Nach fast drei Monaten haben wir uns wieder gesehen. (Nächste Woche habe ich Bergfest. Die Hälfte ist geschafft. Kinder, wie die Zeit vergeht!) Es war toll. Erst ein bisschen über den Markusplatz bummeln, dann etwas Essen gehen. Ein schöner Besuch im Dogenpalast und dann…. standen wir plötzlich vor dem Hard Rock Café Venice. Super! Den habe ich bisher noch nicht gefunden. Für einen kleinen Espresso war noch Zeit genug. Ein T-Shirt, teuer aber schick, habe ich als Andenken mitgenommen. Die Dinger haben ja fast schon Sammlerwert. Ich habe genug Gäste kennengelernt, die aus jeder Stadt ein Hard Rock Café T-Shirt mitgebracht haben.

Der Abend heute war wieder recht anstrengend. Wir haben einen Kollegen verloren, da sein Vertrag auslief, aber eine neue Kollegin dazu bekommen. Witziger weise kannte ich sie bereits aus Rostock, da wir zusammen beim Vorstellungsgespräch waren. Ich denke, das wird schon werden. Genau wie ich und jeder, der hier neu anfängt, wird sie ins kalte Wasser geschubst und muss schwimmen können. Wenn ihr das Wasser bis zum Hals steht, wird sie untergehen. Aber ich bin optimistisch! Die Gäste sind wieder gut drauf, das Wetter ist schön, eine Runde noch in der Adria, dann gehts weiter. Da freue ich mich besonders drauf. Es geht weiter!

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10.Mai 2014 um 23:55 uhr

Venedig und das volle Leben

Kaum bin ich wieder einigermaßen gesund, gehe ich wieder auf Tour. Heute habe ich Venedig unsicher gemacht. Und das bei strahlendem Sonnenschein. Is dat scheen! Aber ich habe auch alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Mit 5 Stunden Freizeit am Stück kann man einiges anfangen. (Zum Beispiel weitere 200 Fotos machen…) Also bin ich diesmal zu Fuß vom Cruise Terminal zum Markusplatz gelaufen. Jawoll, das geht! Allerdings ist man auch gut 30 min unterwegs und ein mal habe ich geschummelt. Auf die Insel mit dem Stadtzentrum, also dem Markusplatz, kommt man außer mit dem Wassertaxi nur noch per Magnetschwebebahn. Die habe ich genutzt. Auf dem Markusplatz angekommen habe ich mich direkt in die Schlange vor der Basilika di San Marco angestellt. Während ich so Stück für Stück vorrückte, hatte ich genügend Zeit, mir die Architektur der umliegenden Paläste anzusehen. Echt interessant dieser Detailreichtum. Tausende von Touristen waren wieder unterwegs, schließlich lagen auch wieder 4 große Kreuzfahrt Schiffe im Hafen. In der Basilika selbst war es zum Glück nicht ganz so turbulent. Sie ist übrigens riesig und es erschlägt einen im ersten Moment. Die hohe Decke strahlt vor Gold, riesige Altäre und Stauen wohin das Auge auch blickt. Und die Italiener, die Venezianer im speziellen, sind nach wie vor echt gerissen. Ich musste doch für fast jedes Seitenschiff der Basilika extra Eintritt zahlen! Für den Balkon, der auf den Markusplatz blickt. Für den Kirchenschatz, für das Museum im oberen Geschoss der Kirche und für die Krypta mit den Überresten den heiligen Markus. Diese Halsabschneider! Aber gelohnt hat es sich doch. Wann habe ich schon mal wieder die Gelegenheit? Okay, vielleicht sogar noch drei oder vier mal, aber egal! Die Rialto Brücke habe ich trotzdem noch überschritten. Und das letzte Venedigfoto ist Übrigens von der Seufzerbrücke aus aufgenommen.
Dann hatte ich noch etwas Zeit und ging sogleich in den Campanile, den Glockenturm gegenüber. Zum Glück gibts dort einen Fahrstuhl. Aber auch dieser ist für einen atemberaubenden Blick über Venedig verhältnismäßig teuer. Aber den Dogenpalast von oben sieht man halt auch nicht alle Tage.
Den Weg zurück fuhr dann aber doch wieder mit dem Wassertaxi. Und jetzt bin ich schön kaputt und bereit, wieder zu arbeiten. Obwohl, eigentlich…

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3.Mai 2014 um 10:45 uhr

Adria zum Zweiten

Gestern habe ich ich leider wieder nix geschrieben. Die 1-Wochen-Reisen sind langsam wirklich anstrengend. An-und Abreise vorbereiten in so kurzen Intervallen ist nicht leicht. Wir haben die zweite Runde auf der Adria hinter uns gebracht und liegen heute wieder in Venedig. Gestern waren wir in Zadar, was ich ja schon kenne. Daher war ich gestern nur kurz an Land, einen Kaffee trinken und etwas in der Sonne lesen. Dazu komme ich ja auch kaum. Heute habe ich leider Bereitschaft, darf also nicht von Bord.

Es ist stets ein komisches Gefühl, wenn die Gäste absteigen, ihre Reise beenden, und wir bleiben zurück an Bord. Kaum hat man sich kennen gelernt, heißt es auch schon wieder Abschied nehmen. Ebenso ist es mit den Kollegen. Die meisten haben haben kürzere Verträge als ich, gehen also früher von Bord und fahren zurück nach Hause. Und ich bin immer noch hier. Selbst der Kapitän hat letzte Woche gewechselt. Nach der nächsten Runde auf der Adria habe ich tatsächlich schon zwei Monate hinter mich gebracht. Es liegen also nur noch vier Monate vor mir. Und noch ganze fünf Runden auf der Adria, bevor wir ins schwarze Meer segeln. Hoffentlich wird das Wetter besser.

In den letzten Tagen hatte ich ein kleines Feedback-Gespräch mit meinem Chef. Grundsätzlich mache ich wohl einen guten Job, auch wenn es noch Dinge gibt, die ich verbessern kann. Natürlich. Aber allgemein ist das schon okay, was ich mache. Im Laufe des nächsten Monats werde ich dann auch entscheiden, ob ich einen zweiten Vertrag mache, also noch mal fahre. Ursprünglich hatte ich es vor, wollte aber auch erstmal sehen, wie es so ist, auf einem Schiff zu arbeiten. Die endgültige Entscheidung habe ich noch nicht getroffen. Tendenziell aber möchte ich schon noch mal fahren. Wenn es dann noch eine interessante Route ist, um so besser. Ich halt Euch auf dem Laufenden.
Das Wetter ist nach wie vor recht kühl, bewölkt und regnerisch. Die Sonne kommt nur selten raus und der Wind ist auch frisch. Lange bleiben wir daher abends nicht auf Deck 5. Und schlaf habe ich sowieso immer nötig.

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Venedig
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26.April 2014 um 15:30 uhr

In Venedig….

Endlich sind wir in Venedig! Das letzte Mal, das ich die Lagunenstadt besucht habe, ist 20 Jahre her. Und sie hat sich kaum verändert. Doch diesmal erreichte ich sie auf der Wasserseite. Da heute strahlender Sonnenschein war, waren entsprechend tausende von Touristen unterwegs. Neben uns liegen auch noch zwei weitere riesige Kreuzfahrt Schiffe. Aber es war einfach toll! Auch wenn ich, wie immer nur, wenig Zeit hatte, habe ich diese doch wohl genutzt. Mit dem Wassertaxi ging es vom Terminal zum Markusplatz. Dort habe ich erstmal dutzende von Fotos geschossen und mich durch die Menschenmassen geschlängelt. Und vor allen Sehenswürdigkeit en standen die Leute Schlange. Also habe ich einen kleinen Bummel durch die Seitengassen gemacht, ein paar Tramezzini gegessen, einen originalen Espresso getrunken und dann es dann noch mal versucht. Und siehe da, am Dogenpalast: Keine Schlange mehr! Das ist eines der Museen, die ich unbedingt sehen wollte. Und es hat sich gelohnt! Reich verzierte Stuckdecken, riesige Gemälde, weiser Marmor, schwarzer Marmor, holzvertäfelte Decken, mannshohe Kamine, goldverzierte Statuen und Frescen – eine ware Pracht! Zu besichtigen waren die Privatgemächer, die Waffensammlung, die Säle des Staates bzw. der Republik und der Kerker. So wundervoll die oberen Räume waren, so gruselig und grausige waren die engen Gefängniszellen. Salz zerfressene und mit Schimmel bedeckte Wände, Zentimeter dicke Eisengitter und dicke Eichen Türen. Allerdings konnte ich im anschließenden Verkaufsraum auch nicht widerstehen. Ein Buch habe ich mitgebracht. Verbotener weise habe ich auch im Palast einige Fotos gemacht. Die gibts dann bei meiner Rückkehr zu sehen. Bis jetzt sind es etwa 1500, und ich habe mich schon zurück gehalten und aussortiert….

Zwei weitere Museen habe ich für die nächsten Stippvisiten aber noch im Auge. Die Basilika San Marco, die bei meinem letzten Besuch geschlossen war, und den Glockenturm auf der Piazza di San Marco. Vielleicht reicht die Zeit ja auch noch für einen Ausflug nach Murano. Für heute habe ich mir zumindest einen Traum erfüllt: den Dogenpalast in Venedig zu besichtigen.

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