Fazit

Seit ein eigen Tagen ist nun endlich mein Einsatz auf der AIDAperla beendet und ich bin froh, wieder zu Hause zu sein. Der Alltag hat mich noch nicht ganz wieder, noch immer wache ich morgens um 7 Uhr auf, egal, wann ich zuvor ins Bett gehe. Normal ist das jedenfalls nicht. Für mich war es jedenfalls einer der schwersten Einsätze ever.

Nachdem die Saison auf den Kanaren tatsächlich bis Ende Juni verlängert wurde, sind wir dann doch durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer gefahren. Dort machte ich noch eine Runde von 7 Tagen mit den Städten Cartagena, Cadiz, Malaga und Barcelona mit. Von Bord kamen wir noch immer nicht. Also nicht auf eigene Faust. Weder die Crew noch die Gäste. Uns – von der Crew hat es insofern belastet, als dass wir keinen wirklichen Ausgleich zur Arbeit hatten. Von Bord gehen, abschalten, die Arbeit für einige Stunden mal aus dem Kopf bekommen – nicht drin. Das macht es nicht gerade leicht. Die Work-Life-Balance ist so total in Schieflage. Der eine kann damit gut umgehen, der andere halt nicht. Eigentlich hat die ganze Sache nur ein Gutes: die Entscheidung, auf den Nachmittagsschlaf zu verzichten und von Bord zu gehen, entfällt völlig und man spart eine Menge Geld. Allerdings sieht man halt auch nix. Normalerweise komme ich von jedem Einsatz mit bis zu 3000 Fotos zurück. Diesmal sind es gerade mal 300. Für ein Abschluss-Video reicht das nicht.

Die Arbeit an Bord ist auch nicht gerade einfach. Das neue Service- und Hygiene Konzept ist ziemlich anspruchsvoll und herausfordernd. Sowohl die Stewards als auch die Offiziere müssen erstmal lernen, damit umzugehen. Wird das ganze noch verschärft durch widrige Umstände (wenig Crew – viele Gäste), kommt man schnell an die Belastungsgrenze. Doch letztendlich ist die Firma ja ein Wirtschaftsunternehmen, wo unterm Strich nicht der Mensch – sondern die Zahl zählt. Autsch!

Aber es gibt auch gute Aussichten. Zum einen gehen immer mehr Schiffe wieder an den Start. Auch ich bin schon wieder verplant. Wohin, dazu später mehr… Zum anderen habe ich gerade aus der Presse erfahren, dass der langfristige Trend wohl tatsächlich wieder zu den kleineren Schiffe geht. Die Zeit der Ozeanriesen ist vorbei! Zwar wurde unser kleinstes, aber auch unser ältestes Schiff, die Cara, gerade verkauft, aber dies ist nur der Modernisierung geschuldet. Die Aura und die Vita werden früher oder später auch dran glauben müssen. Aber es werden modernere, doch ebenso kleinere Schiffe nachrücken. Das wird zwar den Preis wieder etwas nach oben drücken, dafür hat aber auch der Ballermann-Tourismus der Kreuzfahrt wieder ein Ende. Und das begrüße ich doch sehr!

Wie es jetzt mit dem Blog weitergeht, kann ich eigentlich noch gar nicht richtig sagen. Ich würde schon gern weiterschreiben. Allein um mich zu erinnern, zu verarbeiten, Fans, Freunde und Familie teilhaben zu lassen. Andererseits muss ich wohl auch auf die Firma Rücksicht nehmen. Schlechte Presse mag keiner. Weder die Firma, noch ich. Und dann und wann war ich ja schon manchmal recht kritisch. Also abwarten….

AIDAperla

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