Montag, 17. März 2014 um 12:27

In Pattaya…

Nun hab ich es endlich geschafft. Ich bin an Land! Zum Beweis schicke ich ein Foto mit.

Nein, Spaß beiseite. Wir sind in dem Badeort Pattaya, Thailand, in der Nähe von Bangkok. Und ich habe einen Starbucks gefunden, direkt am Strand und entspannte etwas vom stressigen Alltag. Barfuß am Strand entlang laufen war sehr erholsam und hat Spaß gemacht. Vor mir der türkisfarbene Ozean, über mir die Sonne an einem leicht diesigen aber trotzdem heißen Tag, und hinter mir leichte Lounge Musik. So kann ich leben. Leider muss ich bald wieder zurück zum Schiff, vorausgesetzt ich finde ein Taxi, das weiß, wo ich hin muss.

Auf der Hinfahrt konnte ich mich Gästen anschließen, die auch in die Stadt wollten. Natürlich musste der Taxifahrer noch den obligatorischen Touristenstopp an einer Gold- und Silberschmuck- Shoppingmall machen. Gekauft haben wir aber nix! Pattaya selbst ist eigentlich nicht so schön. Es ist laut, vor allem dreckig und entweder riecht es nach Jasmin, Parfüm, Seife oder es stinkt. Viele Deutsche, oder zumindest Europäer sind mir begegnet.

Nachher kommen die neuen Gäste an, deren Reservierungen für das Restaurant ich annehmen muss. Das dürfte aber der einzige Stress des heutigen Tages werden. Abends sind keine 10 Personen reserviert, also wird es eher langweilig. Desto eher aber haben wir Feierabend und können auf das Crew Deck und selbst noch etwas die Overnight genießen. Vielleicht gehen einige ja auch an Land.

Von wegen keinen Stress! Mein Kapitän war wieder da. So langsam gewöhne ich mich dran… Wirklich Stress habe ich aber tatsächlich nur, wenn ich die neuen Gästelisten für die neue Tour führen muss. Das erfordert viel Kopfarbeit. Immerhin habe ich im Schnitt nur ca. 5-6 Stunden Schlaf. Also mal sehen, wann ich mein Tief kriege….

Sonntag, 16. März 2014 um 10:17

Auf nach Laem Chabang, Thailand

Nach einer wirklich sehr kurzen Nacht, schmiss mich der Wecker heute schon um 5 raus, da ich um 6 Dienstbeginn hatte. Leider hatte die Messe um diese Uhrzeit noch nicht mal auf. Da musste ich auf meinen Kaffee noch etwas warten.

Über Nacht hat sich die See aber auch wieder beruhigt. Dunkles türkis mit kleinen weißen Schaumkronen. Jetzt haben wir nur noch eine leichte See mit leichtem Wind bei stahlblauem Himmel, knalliger Sonne mit 30°C Lufttemperatur und 27°C Wassertemperatur. Ein weiterer Seetag steht uns bevor. Nun heute ist der letzte Abend dieser Reise, morgen ist Ab- und Anreisetag. Und auf der nächsten Reise haben wir ganze 5 Seetage, dann geht es ja schon nach Indien. Das wird sicher anstrengend, so lange sämtliche Gäste so lange an Bord zu haben mit nur wenig Abwechslung.

So, den Abend haben wir überstanden. Zwar war es tatsächlich viel und auch stressig, aber wir haben es geschafft. Aber am meisten hat mich der Kapitän gestresst. Also den Stress hab ich mir selbst gemacht…. Der General Manager war auch da, aber der ist echt nett und umgänglich. Aber trotzdem bin ich jetzt fertig und muss schlafen.

Samstag, 15. März 2014 um 14:39

 Good bye Saigon

Durch das Mekong Delta zurück in den indischen Ozean.

Eigentlich fing der Tag sehr lustig an, als ich unsere Tafel mit dem täglichen Menü gesehen habe. Einer unserer philippinischen Kollegen hatte sie gestern Abend geschrieben. Demnach gibt es heute unter anderem Lachfilet (Lachsfilet). Und das, Rossini Team freut sich auf See, (Sie)! Fand ich witzig. Auch der Kapitän war wieder zum Frühstück da und schön entspannt.

Dann hatte ich Duty (Bereitschaft). Dabei habe ich wohl die eine oder andere Aufgabe versemmelt. War mir schon etwas peinlich. War aber auch mein erster Duty, während wir ausliefen. Mal sehen, was der Abend noch bringt. Heute ist eine Lesung mit 8-Gang Menü…

Den Nachmittag verbrachte ich wieder mit Karolin in der Sonne auf dem Crewdeck, während wir an dichten Palmenwäldern und Vogelfarmen vorbeifuhren.

Der Abend war dann auch nicht schlecht. Wir hatten eine recht bewegte See. Einige Gäste haben kurzfristig ihre Tischreservierung storniert, einige haben das Essen abgebrochen… Und sich noch mal alles durch den Kopf gehen lassen…. Ich konnte mich nicht so recht entscheiden, ob ich lieber beim Servieren mithelfe oder Wein nachschenke.

 

Freitag, 14. März 2014 um 15:52

In Ho Chi Minh…

,Gooooood morning Vietnam!, so wurden wir heute Morgen gegen 9 vom Kapitän über Lautsprecher begrüßt. (Offensichtlich hat er gut geschlafen.) Leider liegen wir in einer Art Industriehafen, wie man auf dem Bild sehen kann. Die City ist etwa 30 min und 40 $ entfernt.

Die Sonne ballert gnadenlos in den 30 Grad heißen Schatten vom stahlblauen Himmel. Das Wasser ist von einer hübschen schlammbraunen Farbe, durchzogen von schillernden Schlieren verlorenem Öls…. Einfach malerisch.

Da heute früh meine letzte security Einweisung war, hatte ich heute den Nachmittag frei, um mich auf das crew Deck zu legen. Eigentlich wollte ich auch mal an Land. Trotzdem wir recht weit in einem Delta Richtung Ho Chi Minh gefahren sind, ist außer Kränen und Containern nicht viel zu sehen. Aber bevor wir nach Indien aufbrechen, werde ich sicher noch mal an Land gehen. So langsam gewöhne ich mich ja auch ein. Und ich bin nicht mehr so müde.

Heute war ein er schöner Tag. Erst saß ich mit Karolin heute Nachmittag zusammen auf dem Crew Sonnendeck. Das war nett. Und heiß. Wegen der Sonne. Und eben kam sie von ihrem abendlichen Ausflug zurück (sie war mit Gästen unterwegs), als wir uns trafen. Wie es der Zufall will, hatte ich auch grad Feierabend. Also sind wir spontan noch mal an Land gegangen, um vom Schiff einige Fotos zu schießen. Wir fuhren also mit dem Fahrstuhl auf das Deck, wo es dann zum Crew Deck geht. Als wir aus dem Fahrstuhl aussteigen wollten, kam uns der Kapitän entgegen. Und Karolin, die freche Berliner Schnauze, sagt spontan und etwas zu jovial einfach, Hi! – zum Kapitän! 2 Sekunden später, er war schon weg, hat sie nach dem Loch im Boden gesucht, in das sie versinken konnte. War aber keins da! Ich hab mich jedenfalls köstlich amüsiert. Ihren Schreck hat sie dann in der Crew bar mit einem Becks ersäuft. Wir sind dann noch auf drei Zigarettenlängen auf das Crew Außendeck, wo es mit 26°C noch herrlich warm war.

Donnerstag, 13. März 2014 um 14:21

Noch immer auf dem Weg nach Saigon….

Mittlerweile sind wir nur noch einen Seetag oder knapp 100 Seemeilen vom Festland entfernt. Obwohl, das stimmt nicht ganz. Das nächste Festland ist nur 35 m entfernt. Nach unten. Das Meer ist hier unglaublich flach. Wir schippern mit 10 Knoten, strahlendem Sonnenschein und leichten Wellen über tief blaues Wasser. Wie gerne würde ich hier tauchen wollen. Aber momentan ist daran nicht zu denken. Ich hab viel zu viel zu tun. Too much information. Es wird wohl noch eine Woche dauern, bis ich alles einigermaßen kapiert habe, obwohl die basics bekannt sind.

Übrigens kommt heute der Kapitän mit Gästen zu mir ins Restaurant. Ich gebe zu, ich bin schon leicht aufgeregt. Aber die letzten beiden Tage war der Service Ablauf ganz gut. Das wird heute nicht anders sein. Es sind halt nur lange Tage.

Der Kapitän war da, und ich bin recht geschafft. Aber nicht wegen ihm. Erst war er etwas reserviert, aber freundlich. Ebenso wie ich. Je später der Abend, desto gelöster wurden aber auch die beiden Charaktere. Letztlich erwies er sich als angenehmer Gast, der übrigens kaum die 40 Überschritten zu haben scheint. Zumindest wirkt er so. Also alles halb so schlimm.

Mittwoch, 12. März 2014 um 0:37

 

Weg von Singapur auf dem Weg nach Saigon (Ho Chi Min) in Vietnam noch am Dienstag nach dem Dienst. (Das GPS scheint hier nicht richtig zu funktionieren, denn es zeigt an, dass ich mich vor Ravenna, Italien befinde. So glaubt mir doch keiner, dass ich in Singapur war!)

Also der Tag war heute schon recht anstrengend, denn ich musste zum Frühstück, zur Teatime und zum Dinner und zusätzlich auch noch zu einer Sicherheit sechzig inklusive Crew Drill. Das war schon sehr anstrengend. Und alles in neuen Schuhen, die noch nicht richtig passen. Eigentlich hat heut alles fast gut geklappt. Wir hatten einen Champagner Empfang in der Hemingway Bar und anschließend ein 5 Gang Menü im Rossini. Leider war der Empfang nicht gut vorbereitet, wofür ich allerdings nichts kann. Meine Chefs haben das mitbekommen und reagierten entsprechend verärgert. Zusätzlich wurde dem Team auch noch die Erlaubnis verweigert, sich in den ordentlichen Bereichen aufzuhalten. Dazu wird ein Leisure Pin gebraucht, und den gibt’s nun nicht. Ist eine Erziehungsmaßnahme, die offensichtlich gerne genutzt wird. Find ich jetzt etwas heftig, doch was soll ich machen? Ich Versuch das Team zu motivieren, neu einzuschwören und die Chefs zu überzeugen. Mal sehen, ob es klappt.

Jetzt bin ich recht kaputt, zumal ich in der letzten Nacht kaum 5 Stunden Schlaf hatte. Und morgen ist die Nacht um 6.30 Uhr wieder zu Ende. Die nächsten 2 Tage haben wir Seetag, das bedeutet, es gibt 2 x ein 11 Gang Menu und wir sind gut gebucht. Anstrengend. Und da ich leider in Singapur nicht vom Schiff gekommen bin, gibt’s auch leider keine Fotos. Aber wir legen ja hier nochmal an. Also denn.

Mittlerweile ist es Mittwochnachmittag. Das Frühstück und den Lunch sowie ein weiteres Meeting habe ich gerade hinter mich gebracht. Gestern Nacht war ich noch ein bisschen schlecht drauf. Heute sieht die Welt schon wieder anders aus.

Noch ein paar Worte zu Singapur. Mich hat so erstaunt, dass in der Straße von Malakka so viele Containerschiffe unterwegs sind. Am Horizont sah man wirklich ein Schiff neben dem anderen. Immerhin habe ich auf der Fahrt vom Flughafen das Hotel mit dem höchst gelegenen Pool der Welt gesehen. Das Marina Bay Sands (Hayat) liegt 200 m hoch und ist 150 m lang. Ein echtes Highlight.

Jetzt ist es sehr heiß, die See ist ruhig, und wir sind quasi allein auf weiter Flur auf dem weg nach Saigon. (Wobei dies ja nur der alte Stadtname ist. Aber er ist mir tatsächlich vertrauter.)

Übrigens scheint das GPS nur in Europa und Afrika zu funktionieren. Muss wohl an den Satelliten liegen. Schade!

Montag, 10. März 2014 um 8:32

 

…noch immer im Flugzeug. Aber wir haben es fast geschafft. Wir befinden uns derzeit über der Straße von Malakka, bis zum Zielflughafen sind es noch gute 600 km, die wir aber in etwa einer Stunde hinter uns haben. Wie es aussieht, werden wir sogar 15 min früher landen. Dazu gibt es noch ein tolles Foto von unserem Flug.

Geschlafen habe ich nicht viel. Etwa von 2 bis 5 leicht geschlummert. Man kann in der Economy Class ja auch nicht wirklich schlafen. Dazu ist es viel zu unbequem. Ein leichter Zug, sprich ein kühler Hauch umwehte mich allerdings ständig. Angenehm war es also nicht gerade. Und ich muss sagen, die Lufthansa ist leider schlechter als ihr Ruf. Die Nachtdecken bei Air Berlin sind weicher, das Mediensystem ist angenehmer und das Essen war auch nicht so toll hier. Tja, leider kann man nicht alles haben.

Gerade sprach ich mit Karo darüber, was uns heute noch erwartet. Ich hoffe mal sehr, dass wir nicht schon arbeiten müssen. Im Gegenteil, ich erwarte das wir noch mal von Bord gehen können, da wir ja Over night in Singapur bleiben. Also: Daumen drücken!

Also jetzt ist es 21.30 Uhr, wir sind heil angekommen, haben alle Koffer wieder und haben etwas gegessen. Einen ersten Rundgang habe ich auch schon hinter mir und die wichtigsten Leute hab ich auch kennen gelernt. Bis jetzt sind alle recht nett. Ich habe bereits erfahren, dass ich wohl hauptsächlich das Rossini Restaurant über nehmen soll. Schon wieder Rossini – allerdings ohne Italiener. Ist OK.

Aber jetzt bin ich auch so kaputt und müde, dass ich definitiv nicht mehr von Bord gehe. Das heb ich mir für nächste Woche auf. Jetzt muss ich den verpassten Schlaf der letzten Nacht nachholen, denn morgen um 6 ist die Nacht vorbei. Um 7 Uhr geht’s los mit dem ersten Dienst und umfangreicher Einweisung mit Sicherheitsinstruktionen. Also bis später.

 

Sonntag, 9. März 2014 um 23:37

… auf dem Flug.

Jetzt geht es endlich los. Ich bin zwar nicht nervös, aber vielleicht leicht aufgeregt. Der erste kurze Flug von Leipzig nach Frankfurt war ja nur kaum erwähnenswerte 35 min lang bzw. kurz. Kaum hatten wir die halbe Reiseflughöhe erreicht, um über den Brocken zu kommen, begann auf schon der Landeanflug auf Frankfurt. Direkt an meinem Ausgang (nach nochmaligen 15 min Shuttle, da wir recht weit draußen landeten) erwartete mich auch schon Karolin. Sie besuchte mit mir das Basic Safety Training in Rostock und steigt mit mir zusammen auf die Aidaaura auf.

Aber nun sitzen wir ja im Flieger nach Singapur. Die erwartete Flugzeit beträgt ganze 11,5 Stunden, Ich bin begeistert. Die Strecke ist ziemlich genau 10614 km lang, direkte Luftlinie natürlich. Die ersten 1500 km haben wir jetzt hinter uns, wir sind kurz vor dem schwarzen Meer. In einigen Wochen werde ich mir das schwarze Meer dann auch von unten ansehen und nicht nur drüber weg fliegen….

Gerade wurde das Abendessen serviert (Rindergeschnetzeltes mit langen Nudeln, was echt unpraktisch ist auf so einem Flug mit zurückgeklappter Rückenlehne des Vordermannes), doch so richtig lecker war es leider nicht. Aber dafür bin ich jetzt bei meinem 3. Becher Rotwein und mir geht’s gut. (Gleich überfliegen wir Odessa.) Einen Film aus der Mediathek habe ich auch schon hinter mir, jetzt mach ich den nächsten und versuche dann etwas zu schlafen.

 

 

Bis bald in Asien!

Samstag, 8. März 2014 um 10:42

 

 

Heute ist der Tag vor dem Tag. Der Tag, bevor es losgeht in die große weite Welt. Der Tag, bevor ich in den Flieger steige und mich nach Singapur in Südostasien aufmache, um in den nächsten 6 Monaten über Indien, Arabien, dem Mittelmeer und dem schwarzen Meer wieder zurück zu kehren.

Ich bin leicht aufgeregt, allerdings eher, weil ich vielleicht etwas vergessen haben könnte einzupacken. Weniger, weil ich noch nie soooo weit weg von zu Hause war. Und ich werde langsam unruhig. Die Wochen der Vorbereitung sind vorbei, die Taschen sind gepackt, wenn etwas fehlt, dann ist es eh zu spät. Ich will endlich los!

An Bord von AIDA

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