Ich war bereits drei oder vier Mal in Leixoes, der Hafenstadt von Porto, doch nach Porto selbst habe ich es bisher nie geschafft. Bis heute. Nun endlich kann ich die Altstadt von Porto zu meiner Liste der besuchten UNESCO Welterbestätten mitzählen. Zwar hatten wir am Vormittag noch eine obligatorische Seenotrettungsübung, doch kam ich dann gegen 12 endlich von Bord. Natürlich fuhr mir der Shuttle Bus nach Porto vor der Nase weg. 15 Minuten später ging zum Glück schon der nächste. Die Fahrt dauerte ganze 35 Minuten bis wir endlich vor dem Sandemann Sherry Lager (auf der falschen) Seite des Flusses Douro ankamen. Per Seilbahn ging es dann aus dem Flusstal hoch zur Brücke Ponte Dom Luís I, die mich direkt zur Altstadt führte. Die alten Griechen waren die Ersten, die hier siedelten. Bis dann die Römer kamen und nach ihnen die Westgoten. Also ich will sagen, Porto ist schon sehr alt und hat eine lange Geschichte. Die Altstadt ist heute rund 250 bis 300 Jahre alt und wird auch die Barockstadt genannt. Viele der Kirchen stammen aus dem Barock. Zwar gelang es mir nicht, die Kathedrale von Porto zu besuchen, denn da stand eine lange Schlange, doch die Igreja dos Clérigos mit dem 76 Meter hohen Glockenturm und der Doppelorgel im Barockstil konnte ich bewundern. Es sah schon sehr pompös aus. Ganz im Gegensatz bzw. im völlig anderen Stil der 300-jährigen Igreja de Santo António dos Congregados mit Silberaltar und und dem Grab des einzigen Papstes außerhalb des Vatikan, von Clemens I. Die Fassade ist mit blauen Fliesen dekoriert, wie es so typisch für Portugal ist. Auch den Bahnhof São Bento, dessen Vorhalle mit 550m2 glasierten, blauen Fliesen dekoriert ist, die die Geschichte Portugals erzählen, war höchst bewundernswert. Wirklich ungewöhnlich, einzigartig und wunderschön. Das sieht man nicht allzu oft. Auf einem kleinen Bummel lief ich auch fast an einem höchst ungewöhnlichen Laden vorbei. Porto ist ja nicht nur bekannt für den Sherry und Portwein, sondern auch für Sardinien in der Dose. Hier nun gab es auch sozusagen Jahrgangs-Sardinien. Ich fand sogar welche aus meinem Jahrgang! ob allerdings noch genießbar sind, wage ich mal zu bezweifeln. Auf meinen obligatorischen Tee habe ich diesmal verzichtet. Der einzige Tee, den ich gefunden habe, muß hoch exquisite gewesen sein. 25g für 7,50€. Fast ein Schnapper. Nein Danke. Der Weg zurück führte uns wieder über etliche Baustellen zurück zum Hafen. Übrigens fuhr mir auch dieser Bus vor der Nase weg, sodass ich wieder auf den nächsten warten musste. Und es war ziemlich heiß, also nicht sehr angenehm. Aber alles in allem war es ein schöner Ausflug und ich bin happy. Nun kann es weiter gehen…
Im Übrigen hatten wir gerade Besuch von unserer Landseite an Bord, die jede Menge neue Trainings-Videos gedreht haben. Einerseits zwar zusätzliche Arbeit, andererseits aber auch eine Investition in die Zukunft sozusagen, da es uns hoffentlich hilft, unsere neue Crew besser zu trainieren. Jedenfalls waren sie wohl sehr zufrieden. Und wie ich bescheiden anmerken darf: als Koordinator und Projekt-Manager habe ich einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen. Motiviert und stolz sehe ich nun nach vorne…

