Nachdem ich 2014 Tanger verpasst hatte, damals mussten wir spontan nach Malaga ausweichen, hat es nun endlich geklappt. Tanger gesehen und auch an Land gewesen und es ist gar nicht mal so übel. Man muss halt nur Geduld haben und dran bleiben. Also jetzt… 12 Jahre später: Tanger! Diesmal ohne Sandsturm. Diesig war es trotzdem, denn vom Meer wehte eine hohe Luftfeuchtigkeit ins Land, sodas ich von der Festung über der Stadt unser Schiff im Hafen kaum sehen konnte. Ich durfte etwas früher Feierabend machen und machte mich also zügig an Land. Zwar gab es Gerüchte, daß es auch einen Shuttlebus geben sollte, der uns die ewig lange Pier bis in die Stadt bringen sollte, gefunden habe ich ihn jedoch nicht. Also hieß es Laufen. Doch zu Fuß entdeckt man ja bekanntlich mehr als durch eine Fensterscheibe. Direkt vor dem Hafen liegt eine alte Festung, über deren Brüstung verrostete Kanonen ragen und darüber wiederum stolz die Landesflagge weht. Im integrierten Kasbah-Museum ist die Geschichte ganz gut mit vielen Artefakten dargestellt. Die Festung zieht sich bis zum höchsten Punkt der Stadt. Allerdings zog es mich eher in den dahinter gelegenen Souk, den Basar in der Altstadt, der Medina. Je enger und verwinkelter die Gassen, desto besser. So gab es natürlich viele Handwerksarbeiten zu bestaunen, Gewürze zu riechen und den Händlern zu lauschen. Tatsächlich sind sie hier gar nicht so aufdringlich, wie man es sonst von einem orientalischem Basar kennt. Natürlich habe ich mich auch verlaufen und fand den Weg kaum mehr zurück. Ist ja klar. Mindestens einmal bin ich im Kreis gelaufen, habe per Zufall ein kleines lokales Museum entdeckt mit vielen Bildern der umliegenden Stammesführern der Berberstämme. Dutzende Straßenkatzen und Kätzchen und Hunde dösten im Schatten oder sind auf der Suche nach etwas Futter und einer Streicheleinheit. Viele Touristen tun ihnen auch den Gefallen. Die Straßen und Gassen sind verwinkelt, eng, uneben und wahrscheinlich ebenfalls uralt. Ein bunter Mix aus vielen Kulturen. Gegründet wurde die Stadt wohl vor über 2500 Jahren von Kartharern, bevor die Römer und Spanier kamen. Viele andere Besetzer gaben sich die Klinke in die Hand, woraus sich ein ziemlich toleranter und auch mediterraner Stilmix entwickelte, der erst mit der Staatsgründung wieder konservativer geworden ist. Interessant ist es trotzdem. Von der Kultur habe ich ja bei meinem letzten Besuch in Marokko in Agadir nicht viel mitbekommen. Da ging es nur an den Strand. Da ich mich auch damals bereits mit dem berühmten marokkanischen Minztee eingedeckt hatte, habe ich diesmal die Souvenirs mal liegenlassen. Also alles in allem war es schon ein wirklich netter Tag heute… In zwei Tagen starten wir ab Mallorca ins Mittelmeer, doch nur für 2 Wochen. Dann geht’s auch schon über den großen Teich. Mal sehen, ob ich in Europa noch Mal an Land komme. Wenigstens einmal aber möchte ich auch in der Karibik nochmal an den Strand gehen. Da war ich im letzten Einsatz nämlich gar nicht. Afrika war heute jedenfalls ein hübsches Bonbon…

