Die Mezquita-Catedral de Córdoba heute war natürlich das Highlight des Tages heute. Nachdem ich gestern jedoch gesehen hatte, wie voll es sein kann bzw. werden wird, bin ich extra früh aufgestanden, um sie zu besuchen. Und da heute Sonntag ist, machte sowieso alles andere auch am frühen Nachmittag bereits zu. Also stand ich früh auf und tappte durch den Regen zur Kathedrale. Und es war auch wieder sehr kalt. Eigentlich sollte man bei so einem Wetter im Bett bleiben. Doch ich bin nun einmal hier, dann muss es sich auch lohnen. Und siehe da, ich war sogar erst der 3. Besucher an diesem Morgen. So hatte ich sie fast für mich allein und kaum jemand lief mir ins Bild. Und so weitläufig die Moscheekathedrale auch ist, so waren doch kaum je mehr als 10 Menschen in meinem Sichtfeld. Und groß ist sie wirklich. 784 wurde sie als Moschee begonnen und über die Jahrhunderte regelmäßig erweitert. Heute wäre sie die drittgrößte Moschee der Welt. 1236 wurde die Stadt allerdings wieder durch die Christen von den Muslimen zurück erobert und die Moschee zur Kirche geweiht. 300 Jahre später baute man eine riesige Kathedrale in die Moschee hinein. Heute haben wir so eine einzigartige Kombination von maurischem und gotischem Stil sowie zwei Weltreligionen unter einem Dach. Diese halbrunden rot-weißen Bögen auf 856 Säulen, alle in Reihe und Glied ausgerichtet, dazwischen ein überaus reich ausgestattetes Kirchenschiff mit gotischem Rippengewölbe, diverse riesige alte Bilder und Kapellen, ein Kirchenschatz aus Gold und Silber, eine große alte Orgel, ein Minarett zum Kirchturm umgebaut und ein riesiger Arkadenhof mit Orangenbäumem – das muß man gesehen haben! Eine Mischung, eine Kombination, wie sie einzigartig auf der Welt ist. Völlig zu Recht ist sie seit über 40 Jahren UNESCO Welterbe. Also ich habe ja schon viele Kathedralen gesehen, doch so eine noch niemals.
Nach etwas einer Stunde kamen dann auch die ersten Touristengruppen und vorbei war es mit der Ruhe und Besinnlichkeit. Also ging es weiter über eine Ausgrabung des römischen Forum Romanum zum archäologischen Museum der Stadt. Viel mehr konnten sie aber auch nicht mehr zeigen. Einige Mosaiken und Statuen, einige Münzen und Grundmauern eines Kolosseum. Da war ich schnell durch. Etwas weiter weg aber gab es noch einen Ort, der mein Interesse weckte. Ein alter Palast, der jedoch kein einzelnes großes Haus war, wie die italienischen Paläste zum Beispiel. Dieses war ein aus mehreren Häusern und Grundstücken bestehendes Anwesen, das bis vor etwa 50 Jahren noch in Privatbesitz der Markgrafen von Viana und seinen Erben war, und über Generationen hinweg seit 1425 stetig erweitert wurde. Der Palacio de Viana hat heute über 100 Räume und 12 Innenhöfe. So ist er berühmt durch seine Gartenbaukunst und sein altes Interieur und Inventar bestehend aus Gemälden, Möbeln und Haushaltsgegenständen, Uniformen und Waffen sowie Kutschen und Pferdezubehör. In den Gärten sind immer wieder Brunnen und Becken mit Goldfischen angelegt inmitten von Zitrusbäumen, Jasmin, Irrgärten und Hecken und kaum eine Mauer ist nicht von Ranken und Kletterpflanzen bedeckt. Es ist wirklich viel Grün hier. Ein Traum. Damit war ich dann aber auch durch und fertig und so langsam begann auch die Siesta wieder. Viele Geschäfte und Lokale schlossen, Museen machten ganz zu und ich mich auf den Weg nach Hause. Müde war ich sowieso und für morgen musste ich noch einiges organisieren. Aber jetzt ist alles in Sack und Tüten. Morgen geht’s weiter nach Granada! Weiter in der Geschichte Andalusiens!

