1.1.2020 um 16:00 uhr

Cozumel, Mexiko

Das neue Jahr habe ich direkt mit etwas aufregendem und neuem begonnen. Ich komme gerade zurück. Vom Scooter fahren! Zum ersten Mal war ich mit einem Roller unterwegs. Ganz allein. Für viele ist es total normal, aber für mich war es aufregend, denn noch nie zuvor bin ich damit durch die Gegend gedüst. Also ich muss sagen, als langjähriger Autofahrer, es ist durchaus eine Alternative. Allerdings habe ich nach 3 Stunden kaum meine Hand vom Gas losbekommen. Ich bin Richtung Südspitze gefahren, wollte eigentlich zu den Riffen und Sandbänken dort, aber ich hab’s nicht ganz geschafft. Hab mich mit der Zeit verschätzt. Außerdem ist es auch gut 30 km entfernt. Und unterwegs bin ich an diversen Stränden angehalten um Fotos zu schießen. Aber es war toll. Zum Glück bin ich noch einige Male hier.

Silvester haben wir ganz gut überstanden. Die Gäste hatten viel Spaß, der Chef war sehr zufrieden und wir waren am Ende totmüde. Gegen 1 nach Mitternacht bin ich ins Bett gekommen, um 5:30 Uhr wieder aufzustehen. Die Ausflüge gehen hier halt sehr früh los. Meine Kollegin von der Bar ist da gerade zu Bett gegangen. Nun bin ich zwar immer noch müde, denn geschlafen hab ich ja nicht, aber heute Abend muss ich noch durchhalten.

Live is better at the beach

26.12.2019 um 14:30 uhr

ST.Kitts

Gott sei Dank haben wir Weihnachten so gut wie überstanden. Einige Gäste haben glücklich machen können, andere hatte so große Erwartungen und Ansprüche, die wir an Bord einfach nicht erfüllen konnten. Aber da kann man halt nix machen, wir haben das Beste versucht. Für mich ist Weihnachten allerdings mehr oder weniger ausgefallen. Zum einen hatte ich so viel Stress, das einfach kein Weihnachts Feeling aufkam, zum anderen ist es einfach viel zu heiß hier. Auch heute auf St.Kitts ballert die Sonne wieder vom Himmel. Also Weihnachten kenn ich anders! Ich bin nur froh, wenn der ganze Zauber heute Abend vorbei ist und wir die Deko wieder einmotten können. Das heißt, sobald wir die Inventur dazu gemacht haben. Jede einzelne Kugel und jeder Stern muss gezählt werden. Also ein bisschen haben wir noch zu tun. Aber bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit einem Bummel durch die Souveniershops und in meinem Stamm Cafe. Leider ist es hier im Hafenviertel wieder einmal extrem voll, denn mit uns liegen die Serenade of the Sea und die Norwegian Epic hier an der Pier. Also etwa gefühlte 10.000 Gäste. Das macht so auch keinen Spaß! Leider kann ich auch nicht viel anfangen mit meiner kurzen Pause. Heute Abend müssen wir noch mal ran, dann ist es vorbei. Nur noch Silvester, aber das schaffen wir auch noch. Dann ist erstmal Ruhe!

Weihnachten an Bord

21.12.2019 um 15:45

Cayman, Islands

Endlich hat der Regen aufgehört! Gerade richtig, denn heute ging es für mich auf einen Crew Ausflug. Mal wieder kuscheln mit Rochen. Hatte ich ja auf Antigua schon mal gemacht. Zumindest glaube ich, das war dort. Jedenfalls ging es heute ebenfalls raus auf’s Meer. Die Anfahrt war zwar ziemlich lang, fast 1,5 Stunden, da wir erst mit dem Tender an Land sind, dann mit dem Bus in den Norden gefahren sind, um dann schließlich mit dem Boot noch mal 45 min raus auf’s Meer gefahren sind. Aber ich hab es genossen, die Fahrt war echt angenehm, ein bisschen Wellengang, aber strahlender Sonnenschein. Ich hatte fast vergessen, wie sehr die Sonne das Meer zum Strahlen bringen kann. Teilweise leuchtete das Wasser im herrlichsten Türkis oder in hellem Blau. Wunderschön! Das Wasser war auch nicht wirklich kalt, allerdings waren die Wellen auf der Sandbank dann doch recht kräftig, sodaß man manchmal die Balance verlor, was die ganze Angelegenheit aber nur um so lustiger machte. Immerhin waren wir fast 50 Leute auf Ausflug. Irgendwie schien jedes Department vertreten gewesen zu sein. Die Fotos hinterher waren diesmal gar nicht so teuer, letztes mal hab ich wohl 20$ bezahlt, diesmal haben wir vielleicht Crew Rabatt bekommen… Nun muss ich nur noch fix duschen, und dann geht’s leider schon wieder auf Arbeit. Für Weihnachten muss noch einiges vorbereitet werden.

Cayman Islands

18.12.2019 um 14:30 uhr

Cozumel, Mexiko

Und wieder in Mexiko. Seit 5 Uhr früh bin ich im Dienst, denn die ersten Ausflüge gehen hier schon um 6 raus. 12 Stunden bis nach Chichen Itza, den bekannten Maya Tempeln. Im Januar möchte ich das auch mal machen, allerdings die kurze Version. Die dauert nur 4 Stunden und geht per Flugzeug dahin und nicht per Bus. Zwar ist es sehr teuer, aber für dieses Weltkulturerbe ist es mir wert! Eigentlich war gar nicht so klar, ob wir heute überhaupt anlegen konnten, denn hier hat sich eine Sturmfront zusammen gebraut. Es ist den ganzen Tag schon windig und bedeckt, die Sonne kommt kaum hervor. Hoffentlich kommen wir von der Pier wieder weg! Aber 3 weitere Kreuzfahrtschiffe haben das gleiche Problem. Mit uns liegen die Carnival Valor, die Carnival Victory und die Mein Schiff 1 hier. Dementsprechend voll ist es hier. Fürchterlich! Also habe ich mich nach einem kleinen Bummel ins Hard Rock Cafe zurück gezogen. Jetzt fangen so langsam die Weihnachts Vorbereitungen an, wir haben also noch immer viel zu tun, das Jahr ist noch nicht rum. Mal sehen, was die nächsten Tagen bringen…

12.12.2019 um 16:00 uhr

St.Maarten,

Hach, jetzt hab ich es auch endlich mal nach St.Maarten geschafft. Das ist übrigens die Insel, wo die Flugzeuge über den Strand fliegen müssen, um zu landen. Zwar hatte ich nicht viel Zeit, aber ich war an Land! Also streng genommen war ich heute sogar in den Niederlanden, denn diese kleine Insel in der östlichen Karibik gehört noch immer zum Königreich. Nachdem es heute früh wie aus Eimern geschüttet hatte, kam irgendwann dann doch endlich die Sonne heraus. Und was mussten wir feststellen? Wir waren eingekesselt! Rechts und links neben uns lagen einige riesige Kreuzfahrtschiffe und versperrten uns die Sicht! Rechts die Royal Princess mit 3500 Passagieren, links die Oasis of die Sea mit 6000 Passagieren und die Anthem of the Sea mit 5000 Passagieren. Und hinter uns lag noch ein kleines Schiff mit 1500 Passagieren. Und wir haben eine Kapazität von 2300 Gästen. Und auf der kleinen Insel leben nur 35.000 Leute. Da haben wir mal ordentlich aufgestockt! Dementsprechend voll war es auch. Trotzdem musste ich mir die Beine vertreten und bin zum nahegelegenen Strand. Der war zwar nur mäßig schön, aber das Hard Rock Cafe war halt da. Und wieder eins dazu… (Zu dem berühmten Strand mit den Flugzeugen fahre ich nächstes mal!) Aber in den ganzen Souvenirshops habe ich tatsächlich auch karibischen Tee gefunden! Ich bin ja völlig begeistert, denn damit hab ich nicht gerechnet! Nun werde ich also irgendwann Kokos Tee, Passionsfrucht Tee und Mango Tee verkosten! Wie schön!

Vormittags war übrigens unser Audit. Ich muss gestehen, ich war doch etwas angespannt. Denn dies war der erste wichtige Checkout, der in meine volle Verantwortung fällt. Aber alles okay, nichts gefunden, keine Beanstandungen! Ich bin erleichtert! Heute Abend werde ich voll eskalieren und 2 Bier trinken!

St.Maarten, Niederländische Antillen

10.12.2019 um 14:00 Uhr

Samana, Dominikanische Republik

So langsam komme ich rein, Stück für Stück finde ich meinen Rhythmus, werde vertrauter mit meinen Aufgaben. Zum Glück haben wir keine größeren Herausforderungen zu bestehen, abgesehen vom täglichen Business. Derzeit haben wir noch einen Audit an Bord, aber bisher sieht es ganz gut aus. Den werden wir überleben. Als weiteres Highlight haben wir einige Gäste der abgesagten Mira Jungfernfahrt bekommen. Wie nicht anders zu erwarten, sind wieder viele altbekannte Gesichter dabei. Die Vielfahrer halt. Und die lassen ihrem Ärger einfach freien Lauf. Wir können hier leider nicht viel machen, denn auf die Mira und die Arbeiten dort haben wir halt keinen Einfluss. Aber manchmal müssen wir halt herhalten, sei es als Blitzableiter oder als Kummerkasten. Gehört halt zum Job. Während dessen versuche ich mich noch immer an das Klima zu gewöhnen. Die Luftfeuchtigkeit ist einfach so unfassbar hoch, und das geht von morgens 7 Uhr bis fast Mitternacht. Damit komme ich noch nicht so klar. Naja, nach einem Sommer in Norwegen… Aber das wird schon noch. Dazu kommt, das ich derzeit auch noch lange, lange Tage habe, unter 14 Stunden wird es einfach nix, denn wir machen mit einigen unserer Mitarbeiter noch Tests, und die ziehen sich. Die können wir halt erst später am Abend machen. Manche kommen durch, manche halt nicht. Manchmal ist es auch nicht leicht für uns… Als Jury quasi. Und dann steht natürlich noch Weihnachten vor der Gangway. Langweilig wird es sicher nicht. Mit Landgang wird es so auch schwierig. Aber hier in Samana war ich ja auch schon, viel gibt diese Ecke hier eh nicht her und wir liegen auch nur kurz hier. Und auch noch mit Tender… Vielleicht klappt es ja noch mal in St.Maaten. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Sonnenaufgang über Dominikanischen Republik

4.12.2019 um 15:45 Uhr

Cozumel, Mexiko

So, die ersten Tage sind vergangen, Zeit für ein kurzes Fazit. Also es ist schon eine ganz andere Nummer in dieser Position. Sicherlich macht es viel Spaß, man ist sehr frei und so lange es läuft, ist auch alles gut. Aber demnächst erwarten wir einige wichtige Kontrollen, Audits, und da muss es halt immer noch laufen. Aber bisher ist alles gut, die Teams sind sehr stark und schon lange dabei. Bisher läuft es. Und mein Kollege Jan ist ja auch noch einige Tage da. Aber das wird schon! Es muss halt. Noch habe ich meinen Rhythmus nicht gefunden, aber ich komme langsam in die Materie rein. Einen ersten Überblick habe ich jetzt bekommen, nachdem erstmal tausend Mails lesen musste. Es ist erstmal sehr viel Input in kurzer Zeit, aber nun kann ich mich auf die Zukunft stürzen.

Heute war ich dann auch zum ersten mal an Land, und zwar in Mexiko. Nachdem ich heute, wegen der frühen Liegezeit bereits um 5:30 Uhr anfangen musste, wollte ich mir dann doch mal die Füße vertreten. Hier in Cozumel gibt es die berühmt, berüchtigte „No Name Bar“. Von ehemaligen Crew Mitgliedern gegründet, hauptsächlich für Crew Mitglieder. Hierher zu kommen ist quasi ein Muss! Frei nach dem Motto: Du bist kein Seemann, wenn Dein Name nicht in der No Name Bar hängt. Jedes Crew Mitglied lässt nämlich sein Namensschild hier an einer Wand. Und mittlerweile ist diese Wand sehr groß und sehr voll geworden. Nachdem ich 2015 hier war und mein Namensschild vergaß, habe ich es nun endlich nachgeholt. Außerdem ist es ganz nett hier. Es gibt einen Pool, ein bisschen Strand, gute Musik, lecker Essen, Tacos und Nachos und so, und leidlich gutes Internet. Und am Strand vor der Bar wurden gerade Unterwasser Ausgrabungen gemacht. Maya Skulpturen. Leider hatte ich meine Bade Sachen nicht mit. Aber ich komm ja noch öfters her. Denke ich. Jetzt geht’s gleich wieder los, und ich hab mein Nachmittags Nickerchen verpasst. Egal!

Cozumel, Mexiko

30.11.2019 um 16:00 uhr

Check in La Romana, Dominikanische Republik

Auf auf zum nächsten Einsatz, dem 10. mittlerweile. Aber ich rechne ja nur noch in Jahren… Mal sehen, ob ich auch dabei die 10 erreiche. Ich habe nun ordentlich eingecheckt, die Papiere sind in Ordnung, und so geht’s also wieder los. Der Flug hierher war recht anstrengend mit vielen Kleinkindern, das Essen war okay, die Getränke auch (Air France hat stets genug Wein dabei), das Entertainment Programm war leider antiquiert, aber dafür haben die alkoholisierten Gäste für Stimmung gesorgt. Also ganz übel. Aber wenigstens war das Hotel hier dann ganz okay. Leider mussten wir wieder früh aufstehen, um auf’s Schiff gebracht zu werden. Na mal sehen, wie es wird. Einige Kollegen haben sich gefreut, mich wieder zu sehen, und ich freue mich nun auch auf die Karibik. Und auf Mexiko. Und auf die Inkas. Oder die Mayas. Wer auch immer hier war. Und auf die Arbeit. Natürlich. Na ernsthaft, 3 Monate Urlaub ist schon echt viel. So ganz ohne Schiff macht es ja nun auch keinen Spaß. Nun bin ich also wieder an Bord. Diesmal in neuer Position. Ich bin ab sofort nicht mehr nur für ein Restaurant auf dem Schiff zuständig, sondern für alle. Ich bin jetzt ganz offiziell ein Senior. Autsch! Ein alter Hase quasi. Doch mein Kollege Jan hat mir hier ein super Team zusammengestellt, da werd ich wohl gut mit klar kommen. Zwei Audits stehen an, also Kontrollen von Amts-wegen. Und ich habe eine größere Kabine, was sehr angenehm ist. Ansonsten das übliche: Weihnachten, Sylvester, Ostern, Ferien, Trans-Reise und zum Schluss die Werft. Also langweilig wird es sicher nicht. Hoffentlich aber auch nicht allzu aufregend!

4 Streifen jetzt – rechts 2 und links 2!

27.10.2019

Fazit

Nachdem wir dann auch den letzten Hafen Malaga erreichten und den letzten Seetag hinter uns brachten, kamen wir endlich in Malle an. Malaga war eigentlich noch ganz nett, denn es war warm und wir genossen ein leckeres Malaga Eis, ein kleiner Stadtbummel, natürlich einen Besuch in der Kathedrale, der „Einarmigen“ (weil nur einen Kirchturm hat, der zweite wurde nie vollendet) und die neu gestaltete, ewig lange Hafenpromenade, wo auch ein Hard Rock Cafe war! War jedenfalls nochmal sehr entspannend. Am letzten Seetag gab es noch eine kleine Aufregung, als die Meldung kam: Mann über Bord! Ein lebloser Körper wurde geborgen, und anschließend sämtliche Passagiere und die Crew gemustert, also durchgezählt. War keiner von uns. Mein Fazit jedenfalls: die Prima ist ein prima Familienschiff. Es ist groß und bietet jede Menge Unterhaltung und Abwechslung. Für Paare ohne Kinder ist es irgendwie zu groß, und wer die Ruhe des Meeres sucht ist mit den kleinen Schiffen ohnehin besser bedient. Vielleicht lag es auch daran, dass wir ausgerechnet in den Ferien gefahren sind. Da haben wir nicht aufgepasst. 1000 Kinder an Bord! Das passiert uns sicher nicht wieder. Das Wetter hätte besser sein können, aber wir haben viel gesehen. Und ich habe viele, viele Kollegen getroffen. Sevilla und Santiago würde ich gerne noch mal besuchen. Und es gibt noch mehr interessante Städte in Spanien. Ein erweiterter Städtetrip mit Madrid und Toledo oder Cordoba wäre sicher interessant…

AIDAprima

22.10.2019

Sevilla

Von Cadiz aus ging es heute auf eigene Faust nach Sevilla. Allerdings mit einem Aida Ausflug. Die Stadt ist dann doch etwas zu weit weg, um völlig allein dorthin zu fahren. 1,5 Stunden dauerte allein die Busfahrt. Immerhin hatten wir heute entgegen der Voraussagen wieder gutes Wetter mit Sonne und ohne Regen. Wir kamen ziemlich gut in das Zentrum unweit der Kathedrale, wo wir als erstes hingingen. Und diese Kathedrale ist wirklich atemberaubend! Sie ist riesig, mit dutzenden Altären, etlichen bunten Fenstern, dem Sarg von Christoph Kolumbus und dem größten goldenen Altar der Welt. Kolumbus Grabmal hatte ich allerdings bereits in Santo Domingo besucht. Es heißt, das seine Gebeine hierher überführt wurden. Wo auch immer er nun liegt, ich war da. Und der Hochaltar ist mit 20 Metern Höhe (?) komplett aus geraubtem Gold der Inkas und Azteken erbaut worden. Prächtig ist er ja, doch zu welchem Preis? Zum Glück konnten wir uns viel Zeit lassen und die Kirche ausgiebig bewundern. Dann ging es noch auf einen kleinen Spaziergang durch die Stadt an der Stierkampf Arena vorbei, an der Uni vorbei, am goldenen Turm und zur Placa Espania. Dies ist ein riesiger Platz, der allen Provinzen Spaniens gewidmet ist und wirklich pompös und prächtig aussieht. Achja, und im Hard Rock Cafe waren wir auch. Jetzt sind wir müde und kaputt und freuen uns auf unser Schiff und das Dinner!

Placa Espania in Sevilla

An Bord von AIDA

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