2.1.2019 um 14:00 Uhr

Le Port, La Reunion und Seetag

Geschafft! Endlich sind die Feiertage und Silvester vorbei. So langsam kehrt Ruhe ein, die Gemüter beruhigen sich und alle sind ein kleines bisschen weniger gestresst. Wir von der Crew brauchen noch einige Tage, um uns zu erholen, denn die tägliche Arbeit geht natürlich weiter. Es gibt keinen Tag frei, nur hie und da mal einige Stunden. Und an den Hafentagen entscheiden wir uns oft genug dafür, an Land zu gehen anstatt den so dringend benötigten Schlaf nachzuholen. Gestern waren wir auf La Reunion, und ich habe mich für den Schlaf entschieden. Zum einen langen wir in einem Containerhafen ziemlich weit weg von der Stadt, zum anderen war ohnehin Feiertag und alles hatte zu. Es sind weder Taxen noch Busse gefahren und der Strand war viel zu weit weg. Also war dieser Hafen für quasi verloren. Mit 4 Stunden kann man hier nix anfangen. Natürlich haben die Gäste ihre Ausflüge gebucht und sind in den Dschungel oder an den Strand oder wohin auch immer gefahren. Doch auf eigene Faust war man halt aufgeschmissen. Das Feuerwerk erlebten wir übrigens vor der Küste von Mauritius, wo wir auf Rede lagen. Für mich war es mal etwas ganz anderes, ein Feuerwerk über einer ganzen Stadt zu sehen auf einer Breite von an die 5 km sicherlich. Zwar wirkte natürlich alles sehr klein, aber es war auch mal eine völlig neue Blickweise für mich. Als ob man neben dem Geschehen steht. Apropo stehen, die Crew stand diesmal weniger mit den Gästen auf dem Pooldeck, abgeshen von den Pechvögeln, die Dienst hatten, die anderen standen jedenfalls ganz vorn am Bug, der ja der Crew gehört. Ich diesmal auch, aber auch nur, weil ich am nächsten Morgen um 6 Uhr Dienstbeginn hatte. Na jedenfalls war das mein Silvester. Relativ ruhig, zumindest nach dem Dienst und den ganzen Stress der Tischreservierungen im Buffet. Manche Gäste sind aber auch engstirnig! Sicher kann ich verstehen, das man seinen Stammplatz gerne haben will, aber eine Szene draus zu machen, wenn es nicht klappt, verstehe ich nicht! Für den einen oder anderen bricht schier eine Welt zusammen, wenn sie nicht ihren Tisch bekommen. Und wenn der gewünschte Wein nun endlich ausgetrunken und nicht mehr bestellbar ist, ist man quasi den Tode nah! Sie werden laut, agressiv, beleidigend, persönlich, verlieren jede Fassung und benehmen sich wie kleine Kinder, die ihren Willen nicht bekommen. Unglaublich, womit wir uns zum Teil herum schlagen müssen! Zu Weihnachten war es natürlich genau das selbe, aber drei Tage lang. Gott sei Dank waren nicht alle Gäste so. Und viele bedankten sich sogar und wussten unsre Arbeit auch zu schätzen. Diese Gäste sind mir natürlich am liebsten. Leider gibt’s nicht so viele davon. Jedenfalls sind wir heute auf See und morgen auf Madagaskar. Vielleicht komme ich sogar kurz an Land. Das wäre noch mal nett. Vor sämtlichen Häfen in Afrika haben wir noch besondere Warnungen bekommen, viele haben eine hohe Kriminalität und allein unterwegs sein ist nicht ratsam. Zum Glück kenn ich Südafrika ja schon, wenn auch nicht alle Ports. Und dann dauert es nicht mehr lange bis nach Hause. Das Licht am Horizont hilft durchzuhalten!

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