25.9.2018 um 15:30 uhr

Klaipeda, Litauen verpasst

Also auf dieser Reise ist ganz schön was los. Wetter-technisch gesehen. Erst verpassen wir Visby auf Gotland, in Stockholm lagen wir schließlich dann über Nacht, und nun fällt auch noch Klaipeda aus. Seit gestern Abend schaukeln wir auf den Ostseewellen hin und her. Wellenhöhe sicher um die 6 Meter. Auf dem kleinen Kutter macht sich das schon bemerkbar. Heute sollten wir dann schließlich um 10 in Klaipeda sein, doch der Lotse ließ uns nicht in den Hafen. Dort herrschte wohl ein kleiner Ausnahmezustand, denn bei Windgeschwindigkeiten von 50 Knoten wurde der Hafen geschlossen. Dabei war die Küste so nah! Unverrichteter Dinge mussten wir abdrehen und nehmen nun Kurs auf Kiel. Begeistert sind unsere Gäste zwar nicht, doch sie nehmen es mit Ergebenheit hin. Was sollen sie auch machen. In der letzten Nacht hat es in unserem Markt Restaurant die Dekoration und einige Teller vom Buffet gefegt. Gegen 2.00 Uhr etwa. War halt nicht seesicher verpackt! In meinem Laden dagegen hat sich kaum etwas bewegt. So langsam komme ich nun auch wieder in meinen alten Rhythmus rein. Vor einigen Tagen noch hatte ich mit dem kurzen Schlaf noch zu kämpfen, 5 Stunden, mehr ist in der Regel nicht drin. Da bin ich auch in Riga lieber ins Bett gegangen. Es tat mir zwar sehr leid, dass ich die Stadt nicht sehen konnte, aber ich war ziemlich fertig. Außerdem war es kalt, windig und hat geregnet. Ich bilde mir einfach ein, das es sowieso nicht so schön gewesen wäre… Auserdem waren eh alle Straßen gesperrt, da der Pabst da war. Also als wir dann endlich an die Pier kamen, war der Pabst zwar schon wieder weg, die Straßen aber immer noch nicht frei. Eine letzte Runde in der Ostsee steht uns noch bevor. Mal sehen, wie das Wetter wird, die Herbststürme sind da und die See bewegt sich. Es wird langsam Zeit, das wir uns auf den Weg Richtung Süden machen. Dort bricht schließlich gerade der Frühling an! Dann komme ich hoffentlich wieder mal an Land. So eine lange Zeit, 20 Tage am Stück, war ich noch nie an Bord ohne Land unter den Füßen! Ein deprimierender Gedanke. Aber das wird schon.

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