29.10.2014 um 16:00 uhr

Am Atlantischen Ozean in Cadiz

Letzte Nacht haben wir die Strasse von Gibraltar passiert. Leider habe ich nicht viel mitbekommen, da ich bereits geschlafen habe. Aber wie mir Kollegen berichteten, habe ich nix verpasst. Schließlich war es Nacht und somit nix zu sehen. Den Bosporus hatten wir damals stets in den frühen Morgenstunden passiert und konnten somit beide Ufer zugleich sehen. Vielleicht schaffe ich es ja auf der Rückfahrt.

Jedenfalls sind wir heute in Cadiz, einer 3000 Jahre alten Stadt an der spanischen Atlantikküste. Man merkt hier immer mehr die andalusische Kultur. Die Griechen, Romer und Westgoten waren aber auch hier.  Die Stadt selbst wurde von den Phöniziern gegründet und die Altstadt liegt auf einer Halbinsel. Also durchstreifte ich (auf der Suche nach der Kathedrale) die Stadt und stand irgendwann dann tatsächlich am falschen Ufer. Aber ich habe mich dann doch durchgefunden. Die Gassen sind sehr eng, die Hauser drei Stockwerke hoch und irgendwie gleichen sie sich doch alle. Weite Plätze findet man meist dann, wenn man nicht damit rechnet. Orientierungspunkte sind nur schwer zu finden. Obwohl die Kathedrale schon recht groß ist. So reich geschmückt, wie die in Palma und in Valencia ist diese hier nicht, aber dennoch sehenswert. Auch diese ist über 300 Jahre alt. Die Verzierungen sind meistens an der Decke und an den Säulen weit oben angebracht. Zum großen teil besteht sie aus weißem Marmor. Und hier ist sogar die Crypta zu besichtigen. Sehr beeindruckend – bedrückend – unheimlich? Auch das Chorgestühl ist so wuchtig und dunkel, wenn auch nicht ganz so massiv, wie gestern. Jedenfalls durchaus sehenswert.

Witzigerweise ist das Theater hier im arabischen Stil erbaut. Also mit den typischen halbrunden Fenstern, quer gestreifter Fassade und kleinen Türmchen. Ein Erbe der Mauren?

Mein neuer Zimmergenosse und Kollege arbeitet Übrigens im Rossini als Maître. Eigentlich ist er so ganz nett. Wir helfen unsgegenseitig und kommen schon klar. Meine Arbeitszeiten sind ansonsten wesentlich angenehmer als im Rossini. So viele Stunden sind es jedenfalls nicht. Noch bin ich etwas angespannt, denn nächste Woche gehts in die Werft (das geht noch, da haben wir sowieso nicht bis tief in die Nacht Dienst), aber dann kommt die Überfahrt. Das wird sicherlich anstrengend. Und dann kommt die Prüfung für das Schiff durch die amerikanischen Behörden. Das wird sicher für alle nicht so leicht. Ich muss halt darauf schauen, das mein Team so arbeitet, wie es soll. Aber ich habe es ja so gewollt.

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