… Sofern man das auf hoher See sagen kann. Also morgen wieder. Heute waren wir in Rotterdam, dessen Innenstadt ich tatsächlich auch noch nicht richtig kenne. Doch es war eh Sonntag und alles hatte geschlossen. Die kurze Reise von nur 6 Tagen führte uns auch nur in den Ärmelkanal nach Dover, Le Havre, Zeebrügge und Rotterdam. Das Wetter war auch nicht sonderlich heiter. Eher mit viel Wind und wenig Sonne. Also die Hälfte meines Einsatzes habe ich geschafft. Noch knappe zwei Monate und ich bin durch. Dann geht’s kurz nach Hause und fast direkt weiter. Doch zuerst muss ich erstmal hier durch. Ich habe natürlich nach der Hälfte auch mal wieder meinen Dienst gewechselt und habe nun wieder den unangenehmen Mitteldienst mit nur 2 Stunden Pause zwischendurch. Also mit Landgang ist es erstmal Essig. Einerseits okay, damit habe ich gerechnet, und etwas Abwechslung ist nicht verkehrt. Andererseits habe ich auch kein Landgang mehr. Wenigstens habe ich England gesehen, und darauf kam es mir an. Ab übermorgen geht’s Richtung Mallorca ins Mittelmeer, und die Häfen dort kenne ich nun wirklich fast alle. Nur an einem Hafen werde ich versuchen an Land zu gehen. Das ist in Marokko in Tanger nämlich. Ich kann mich erinnern, daß ich vor Jahren mit der Aida einmal da war, doch nicht an Land kam wegen einem Sandsturm. Vielleicht klappt’s ja diesmal. Inzwischen bereite ich mich auf meine nächste Reise vor und lese viel von Globetrottern und Weltreisenden. In letzter Zeit las ich einige Bücher zum Thema Couchsurfing. Das ist ja nun mal ein völlig anderer Reisestil als ich bevorzuge. Couchsurfer übernachten bei wildfremden Menschen in fremden Ländern gratis auf der Couch. Im besten Fall ist es eine, es kann aber auch nur mal eine Luftmatratze sein. Jedenfalls erhalten sie zwar einen sehr privaten Einblick in das Leben des Gastgebers und lernen die Länder auch aus Sicht der Einheimischen kennen durch oftmals intensiven Familienkontakt, aber sie haben auch wenig bis gar keine Privatsphäre. Interessant schon, aber auch anstrengend. Es gibt einige Bücher dazu, die zumeist sehr launig und unterhaltsam geschrieben sind und oftmals in Länder entführen, die nicht unbedingt auf einer Sightseeing Liste stehen. Dafür sind sie umso interessanter. Mein Stil ist da ja eher: ein wenig Komfort – ein Hostel kommt bei mir gar nicht in Frage, es sei denn im Einzelzimmer – unabhängig und gerne auf eigene Faust. Ich gebe zu, ich bin weniger an den Menschen und ihrem Leben interessiert, eher vielmehr an den architektonischen Highlights und der eindrucksvollen Natur. Alles, so lange es einzigartig ist, gerne mit viel Geschichte und Geschichten. Der Sicherheit wegen auch gut kalkuliert und im besten Fall auch stets mit einem Plan B in der Tasche. Zwar bleibt die Spontanität ein wenig auf der Strecke, doch bisher hat es gut geklappt.

