Cobh, Süd-Irland

Heute haben wir zum ersten und leider auch einzigen Mal Station im kleinen irischen Städtchen Cobh gemacht. Es ist ein kleines, aber buntes Städtchen an der Südküste der Insel, und wir hatten strahlenden Sonnenschein. Sogar Palmen wachsen hier am Straßenrand! Überhaupt ist die Reise sehr merkwürdig. Seit Tagen haben wir herrliches Wetter mit blauen Himmel und strahlender Sonne. Und trotz Ferienzeit und einigen hundert Kindern an Bord fühlt es sich nicht so an. Alles läuft sehr ruhig, harmonisch und gelassen. Die Chefs sind entspannt, die Gäste guter Dinge und ziemlich schnell abends auch im Bett. Vielleicht liegt es daran, daß wir unsere Häfen stets sehr früh anfahren oder daß derzeit noch die Fußball WM läuft. Da gehen Abends viele auf das Pooldeck zum Public Viewing, denn die Sonne ist noch bis weit nach 22 Uhr am Horizont zu sehen, wenn es auch schon etwas frisch wird. Aber es ist eine gute Stimmung an Bord, und es ist schön für mich, wieder zurück zu sein. Jedenfalls: zurück zu Cobh. Berühmt wurde das Städtchen mit nur 14.000 Einwohnern als Hafenstadt der zweitgrößten Stadt Irlands Cork und als letzter Anlauf der RMS Titanic. Hier wurden die letzten 125 Passagiere an Bord genommen, und nur 44 überlebten. Somit habe ich auf meinen Reisen nun alle Stationen der Titanic gesehen. In Belfast wurde sie gebaut. Dort steht das größte und beste Titanic Museum überhaupt. In Southampton war der Hauptaufstiegshafen der englischen Passagiere. Dort habe ich ein sehr gutes, mit vielen Artefakten versehenes, Museum besucht. In Halifax auf Nova Scotia gibt es ebenfalls ein sehr gutes Museum sowie den Titanic Friedhof, denn hier wurde viel an Land gespült von der relativ nahen Unglücksstelle. Hier in Cobh war der letzte Hafen und auch hier gibt’s ein kleines Museum dazu. Natürlich. Es gibt nicht viele Artefakte hier, aber die Präsentation ist wirklich toll gemacht. Nachbildungen der Kabinen der 1. und 3. Klasse und Fotos und Zeitungsberichte. Ich habe eine geführte Tour mitgemacht, wo uns sehr charmant viele kleine Details vermittelt worden sind. Dazu standen wir an der Pier, von wo aus die Passagiere per Tender an Bord gebracht wurden. Unsere Eintrittskarte zum Museum war dem Fahrschein der Titanic nachempfunden, komplett mit einem originalen Namen eines Passagiers hier von Cobh. Am Ende der Tour konnte man erfahren, ob man überlebte oder nicht. Die vielen einzelnen Schicksale macht die Ausstellung höchst nahbar. Sehr gut! Außerdem bietet der Ort auch eine neugotische Kathedrale, vollendet 1919, die wirklich sehr prächtig ist. Damals war die Stadt als Auswandererhafen ja ziemlich reich, so konnte man sich das leisten. Allein der Kirchturm ist mir 91 Metern der zweithöchste von Irland und das einzige Glockenspiel Irlands mit 49 Bronze – Glocken enthält u. a. die größte Glocke Irlands mit 3,6 Tonnen. Einzigartig! Zum Abschluss des kleinen Ausflugs gab es noch einen echten Scone mit Sahne und Erdbeermarmelade. Eigentlich ist es eine typisch englische Speise zum 5 O’clock tea, aber hier war es hausgemacht. Heiße Schokolade mit Marshmallow gab es obendrein. Da könnte ich nicht widerstehen. Außerdem fand ich auch meinen obligatorischen Tee, diesmal Whisky tea aus Irland. Lecker! Alles in allem ein toller Tag!

Cobh, Süd-Irland

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