Ich glaube, so schnell bin ich noch nie zu meinem ersten Landgang gekommen. Nach vier Tagen schon ging es heute in Belfast zum ersten Mal an Land. Dummerweise war heute aber auch ein Feiertag hier. Die „Orange Parades“ in Belfast bezeichnen die jährlichen Demonstrationen des Oranier-Ordens zum Gedenken an den Sieg des protestantischen Königs Wilhelm III. in der Schlacht am Boyne im Jahr 1690. Offensichtlich haben die Nord-Iren oder die Briten hier ein langes Gedächtnis. Es gab jedenfalls viele Umzüge und Paraden mit mehr Pauken als Trompeten in der Stadt. Alle hatten irgendwas Oranges dabei in Form von Wimpeln, Bannern oder ähnliches. Am Straßenrand tausende von Menschen auf Campingstühlen und oftmals den Junion Jack in der Hand. Also die britische Flagge. Ein grandioses Familienfest für jung und alt. Leider waren auch viele Straßen gesperrt, aber wir machten das Beste draus. Wir gingen in einen Pub und feierten einfach mit einem leckeren Guinness mit. Danach noch bisschen Parade gucken und Richtung Rathaus bummeln. Das Rathaus war auch geöffnet und auf dem Vorplatz gab es jede Menge Trubel. Irische Volksmusik, einen Burger Brater, Bierausschank, eine Hüpfburg in Titanic Look und vieles mehr. War sehr witzig und locker. Ich wollte allerdings auch in die City Hall rein und wenigstens die Eingangshalle bewundern. Und die ist auch beeindruckend: viel Marmor, Bleiglasfenster, ein riesiges Treppenhaus komplett mit rotem Teppich und großem Kronleuchter. War schon sehr imposant. Außerdem habe ich mich erkundigen können, was ich beim nächsten Mal noch anstellen könnte. Eigentlich würde ich gerne zum UNESCO Weltnaturerbe Giants Causeway, die Straße der Riesen, im Norden, doch das passt von der Zeit her nicht gut. Aber vielleicht schaffe ich es zur Studiotour von Game of Thrones, was ja auch viel hier gedreht wurde. Immerhin habe ich die Drehorte in Dubrovnik und Malta von Game of Thrones auch schon gesehen. Na wir sind ja noch etwas hier… Heute jedenfalls war schon mal ein guter Tag!

